Freitag, 30. September 2005

Ambrozy-Nachfolge in Kärnten: Rudolf Altersberger tritt als fünfter Kandidat an

  • SPÖ: Vizepräsident des Landesschulrates kandidiert
  • Seifried als Spitzenkandidat für die Wahl vorgesehen

Überraschend hat am Freitag der Vizepräsident des Landesschulrates, Rudolf Altersberger (49), seine Kandidatur als Nachfolger des Kärntner SPÖ-Chefs Peter Ambrozy am Parteitag am 29. Oktober bekannt gegeben. Altersberger ist damit bereits der fünfte Bewerber für diese Funktion. Er will die Partei umkrempeln und präsentierte bereits ein neues Team. Laut Altersberger soll Wolfsbergs Bürgermeister Gerhard Seifried Spitzenkandidat für die Landtagswahl werden, als neuen Landesrat nannte er Ex-Landesgendarmeriekommandant Willibald Liberda.

Altersberger und der bisherige Landesgeschäftsführer Herbert Würschl präsentierten am Freitag im Gespräch mit der APA ihre Vorstellungen. Demnach soll, falls Altersberger auf dem Parteitag über seine Mitbewerber - die Landesräte Gaby Schaunig und Reinhart Rohr sowie Klubobmann Karl Markut und St. Veits Bürgermeister Gerhard Mock - siegen sollte, Rohr anstelle Ambrozys Landeshauptmann-Stellvertreter werden. Markut sollte hingegen von LAbg. Gebhard Arbeiter - seit Jahren LKH-Zentralbetriebsratsobmann - als Klubchef abgelöst werden. Schaunig wieder sollte 2006 statt Abg. Melitta Trunk als Spitzenkandidatin der Kärntner SPÖ antreten und in der Folge unter einem erhofften Bundeskanzler Alfred Gusenbauer das Sozialministerium übernehmen, so der Plan.

Altersberger, seit 2000 Landesschulrats-Vizepräsident, will die SPÖ "auf völlig neue Beine stellen", und zwar auf allen Ebenen. Das sei eine große Herausforderung, "und jetzt besteht die Chance auf eine Einigung", sagte er. Jetzt müsse das Fundament errichtet und 2007 beim Ordentlichen Parteitag mit Seifried als Spitzenkandidat der Turm darauf gebaut werden. Unterstützung für sein Antreten erhofft Altersberger vor allem von der Gewerkschaft, die er als "Herzstück der sozialdemokratischen Bewegung" bezeichnete und innerparteilich stärken will.

Mit den personellen Vorstellungen des 49-Jährigen sind allerdings nicht alle Genannten einverstanden. Sowohl Gebhard Arbeiter als auch Liberda lehnten die ihnen zugedachten Funktionen glatt ab. Arbeiter: Ich stehe nicht zur Verfügung, mit mir hat auch niemand darüber gesprochen." Und Liberda erklärte: "Ich stehe für kein politisches Amt zur Verfügung." Für Schaunig ist ein Wechsel in die Bundespolitik "kein Thema". Seifried betonte, an seiner Position habe sich nichts geändert. Die Entscheidung über den Landeshauptmann-Kandidaten solle 2008 erfolgen, wenn die SPÖ es wolle, sei er dann gerne bereit, zu helfen.

Zurückhaltend fiel die Reaktion von ÖGB-Chef Adam Unterrieder aus. Man werde selbstverständlich auch über den neuen Kandidaten diskutieren, er rechne aber nicht damit, dass die FSG-Spitze den Delegierten für den Parteitag eine Wahlempfehlung mitgeben werde. Die Trennung der Partei- und Regierungsämter sowie der Funktion des Spitzenkandidaten für die Landtagswahl lehnt Unterrieder hingegen ab: "Davon halte ich gar nichts, es ist unbedingt notwendig, dass der Parteichef auch die Spitzenfunktion in der Regierung ausübt."

Markut meinte zu den Vorstellungen seines Konkurrenten um den Parteivorsitz lediglich: "Ich bin vom Klub bis 2009 als Klubchef gewählt." Im Gegensatz zu Altersberger hätte er sich auch bereits mehrmals einer Wahl gestellt, "und das mit Erfolg". Weiter wolle er die Angelegenheit nicht kommentieren. Der SPÖ-Bezirksobmann von Klagenfurt-Land, LAbg. Rudolf Schober, übte hingegen scharfe Kritik an der Vorgangsweise Altersbergers und Würschls: "Für einige in der SPÖ dürfte der Fasching bereits Ende September begonnen haben."

(apa/red)

30.9.2005 11:04