Konflikt von Gehrer und PISA-Chef Haider: "Zukunftskommission gibt es nicht mehr"
- "Auf persönliche Angriffe reagiere ich gar nicht"
"Auf emotionale, persönliche Angriffe reagiere ich gar nicht" - Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) hat wenig Freude an der vom Leiter der Zukunftskommission für Schulreformen sowie Österreich-Verantwortlichen für die PISA-Studie, Günter Haider, ausgelösten Debatte über ihre Bildungspolitik. Die Kommission habe im April ihre Ergebnisse vorgelegt und Handlungsbereiche definiert, so Gehrer bei einer Pressekonferenz am Donnerstag: "Die Zukunftskommission gibt es nicht mehr", deren Auftrag sei beendet, und Haider habe bei der Umsetzung keine Funktion.
Haider habe gemeinsam mit den anderen Bildungsexperten eine gute, zukunftsorientierte Arbeit vorgelegt, meinte Gehrer. Politik bedeute aber, dass man gemeinsam mit den Betroffenen Dinge umsetze und nicht "dass man eins zu eins die Meinung eines Wissenschafters übernimmt", so Gehrer.
Die inhaltliche Kritik Haiders an der "Verparteipolitisierung" der künftigen Pädagogischen Hochschulen (PH) wies Gehrer zurück. Haider hatte unter anderem kritisiert, dass der fünfköpfige Hochschulrat aus drei von der Ministerin entsendeten Vertretern, dem jeweiligen Landesschulratspräsidenten und einem von der jeweiligen Landesregierung bestimmten Vertreter besteht. Sie habe schon bei der Besetzung der Universitätsräte bewiesen, dass sie Fachleute entsende, verteidigte sich Gehrer. Und auch die Landesregierungen würden wohl keine Parteipolitiker schicken.
Nicht näher kommentieren wollte Gehrer die Vorwürfe ihres Generalsekretärs Hermann Helm und von ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon, dass Haider politisch agitiere bzw. "seine Honorarkultur offenlegen" solle. Sie habe kein Interesse an einer emotionalen Diskussion, meinte Gehrer. Dadurch würden nur die Lehrer demotiviert.
(apa)
