Grazer Kellner täuschte Raub nur vor: 25-Jähriger brauchte Geld für Spielleidenschaft
- Schob angeblichen Überfall Afrikanern in die Schuhe
- Verstrickte sich in Widersprüche bei Vernehmungen
·Grazer Kellner hat Raub nur vorgetäuscht
25-Jähriger brauchte Geld
für seine Spielschulden
Ein Grazer Kellner hat einen Raub vorgetäuscht. Spiel- und Kreditschulden sollen den Mann dazu veranlasst haben, den angeblichen Überfall zwei Schwarzafrikanern in die Schuhe zu schieben. Der 25-Jährige verwickelte sich bei der Einvernahme durch die Polizei in Widersprüche und legte schließlich ein Geständnis ab.
Gegen 11.20 Uhr hatte der 25-jährige Kellner am Dienstag Anzeige erstattet, dass er von zwei unbekannten Afrikanern überfallen worden sei. Gegenüber den Beamten gab er an, dass ihm die mit einem Butterflymesser bewaffneten Täter zuerst eine leichte Schnittwunde zugefügt und anschließend seine Kellnerbrieftasche mit rund 2.500 Euro Bargeld geraubt hatten.
Der Kellner wurde anschließend von den Beamten des Landeskriminalamtes Steiermark einvernommen. Nach zahlreichen widersprüchlichen Aussagen gab er schließlich zu, dass er das aus dem Lokal mitgebrachte Wechselgeld in Höhe von rund 2.500 Euro für sich verwendet habe.
Mit rund tausend Euro deckte er längst fällige Privatschulden sowie einen beim Automatenspiel im Lokal verlorenen Betrag von rund 1.500 Euro ab, welcher "seinem Arbeitgeber sicher aufgefallen wäre", so die Polizei. Der Kellner sah laut den Ermittlern keinen anderen Ausweg als einen Raub vorzutäuschen. Eine oberflächliche Schnittverletzung am linken Unterarm sollte seine Angaben untermauern. Besonders geschickt ging der Mann nicht vor: Die angeblich geraubte Kellnerbrieftasche wurde in seiner Wohnung gefunden.
Nach Abschluss der Ermittlungen wurde der Kellner wegen Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung - das Strafausmaß dabei kann bis zu sechs Monate Haft betragen - angezeigt. (apa/red)
