10.000 Kinder jährlich missbraucht: "Finger
weg!"-Kampagne soll Menschen wachrütteln
- Projekt soll aufmerksam machen, Lösungen anbieten
Jährlich werden in Österreich rund 10.000 Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs. In einem Viertel der Fälle lebt der Täter mit dem Kind unter einem Dach. Nicht einmal jeder zehnte Vorfall gelangt zur Anzeige. Mit der Kampagne "Finger weg!" soll das tabuisierte Thema an die Öffentlichkeit gebracht werden.
"Wir wollen Menschen wachrütteln, sensibilisieren und hinweisen: Hier ist ein Problem, schaut nicht weg", erklärte Alfred Ellinger, Präsident der Vereinigung österreichischer Kriminalisten und Initiator der Kampagne. Das Projekt soll aufmerksam machen und informieren, aber vor allem Lösungen anbieten. Gewählt wurde dabei der bewährte Weg: Seriös über Probleme berichten und aufklären. Alle Maßnahmen der Kampagne dienen der Aufklärung darüber, dass sexueller Missbrauch passiert, meist unter dem Deckmantel der heilen Familie.
Unterstützung und professionelle Information bietet die Telefonberatung "Rat auf Draht" (Tel.: 147) anonym und kostenlos aus ganz Österreich. Ein TV- und Kino-Spot mit rund 30 Schaltungen im ORF und 90 Kino-Sälen, Plakate und Beiträge in Radio und Medien sollen ebenfalls zur Bekämpfung dieses Tabuthemas beitragen. (apa)
