Dienstag, 27. September 2005

Protestaktion von Greenpeace: Umwelt- organisation liefert Giftfracht an VP-Minister

  • Forderung nach Rückzug aus EU-Chemikalienreform

Eine giftige Fracht wurde am Dienstag zum Wirtschaftsministerium am Stubenring gerollt. Greenpeace-Aktivisten zogen vom Sitz der Industriellenvereinigung am Wiener Schwarzenbergplatz los und brachten 50 mit Totenköpfen und chemischen Warnzeichen versehene Chemikalien-Tonnen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein sowie Umweltminister Josef Pröll (beide V).

Auf einem großen Banner forderten die Aktivisten "Stoppt giftige Chemikalien - Pröll: Kein Kniefall vor Bartenstein!" Hintergrund der Aktion: Bartenstein habe sich laut Greenpeace zur "Speerspitze der Industrie bei der Verhinderung einer fortschrittlichen EU-Chemikalienpolitik gemacht". Nina Thüllen, Greenpeace-Chemieexpertin: "Bartenstein vertritt Österreich über den Kopf des zuständigen Umweltministers hinweg zur Chemikalienpolitikreform in Brüssel. Wir fordern den Wirtschaftsminister auf, sich umgehend aus den Verhandlungen zu dieser Reform zurückzuziehen."

Bartenstein sei seit Jahren bekannt, dass über 96 Prozent der in der EU am Markt befindlichen Chemikalien kaum Informationen über deren Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt vorliegen, so Greenpeace. Mit seiner "verantwortungslosen Blockadehaltung" mache er sich "mitschuldig an der unkontrollierten Verbreitung von gefährlichen Chemikalien". Pröll müsse an Stelle von Bartenstein zur entscheidenden Sitzung des EU-Ministerrats Ende November nach Brüssel fahren und sich dort für ein giftfreies Österreich einsetzen, forderte Greenpeace.
(apa)

27.9.2005 10:50