Donnerstag, 22. September 2005

Fehlverhalten am Schulweg: Erwachsene gehen oft als schlechtes Vorbild voran!

  • KfV untersuchte die Umgebung von 120 Schulen in Ö
  • Auch erschreckend: Lenker-Verhalten im Schulumfeld

Seit drei Wochen geht es vor Österreichs Schulen wieder rund. Tausende Kinder strömen in der Früh an ihren "Arbeitsplatz". Es ist eine der unfallträchtigsten Zeiten des Tages. Dass jedoch nicht nur die Kinder mit der Verkehrssituation überfordert sind, sondern sich auch die Erwachsenen in vielen Fällen nicht als imitationswürdige Vorbilder erweisen, belegt eine aktuelle Untersuchung des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), die im Umfeld von 120 Schulen in ganz Österreich durchgeführt wurde.

Allein im Jahr 2004 wurden fast 500 Kinder auf ihrem Schulweg verletzt, fünf davon kamen dabei ums Leben. "Da Kinder spontan reagieren und kein realistisches Gespür für Gefahren haben, können Autofahrer nie darauf vertrauen, dass sie richtig agieren", erklärte Armin Kaltenegger, Institutsleiter des KfV. Das belegt auch die Studie: Etwa 17 Prozent der beim Überqueren einer Straße beobachteten Buben und Mädchen begaben sich in gefährliche Situationen, wenn sie allein auf dem Weg waren. Weitere 15 Prozent waren in der Gruppe unterwegs und dabei derart abgelenkt, dass sie nicht mehr auf den Verkehr achteten.

Jeder 7. Erwachsene macht Fehler
Doch auch viele Erwachsene - laut Untersuchung jeder siebte - machen Fehler, wenn sie ihr Kind zur Schule begleiten. 22 Prozent querten an gefährlichen Stellen, acht Prozent nützten die Querungshilfen nicht, und rund drei Prozent wechselten die Straßenseite zwischen parkenden Autos. Werden die Schüler von ihren Eltern mit dem Auto gebracht, sind sie nicht weniger gefährdet: Nur 75 Prozent der Mütter und Väter gurteten ihre Kinder an, davon fuhren 30 Prozent ungesichert am Rücksitz mit, zehn Prozent sogar am Vordersitz.

Vorbildfunktion wahrnehmen
Das allgemeine Verhalten der Autofahrer im Schulumfeld bietet ebenfalls Grund zur Sorge. Jeder zehnte Lenker blieb nicht vor dem Zebrastreifen stehen, um wartende Schüler queren zu lassen, jeder siebte beachtete den unsichtbaren Schutzweg nicht. Um den Schulweg für die Kinder sicherer zu machen, sei es vor allem notwendig, auch die Eltern, Kindergärtner und Lehrer in die Verkehrserziehung miteinzubeziehen, so Kaltenegger. Dabei müssten die Erwachsenen ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und sich auch dementsprechend verhalten. Gefährliche Stellen sollten von den zuständigen Behörden entschärft (z.B. durch Schülerlotsen), Schulen und Kindergärten mit entsprechenden Lehrunterlagen versorgt werden. (APA/red.)

22.9.2005 14:48