Montag, 19. September 2005

Touristiker abhängig von den Deutschen: 59 Prozent aller Gäste vom großen Nachbarn

  • Zuletzt ging Anzahl der deutschen Urlauber zurück
  • Nun hofft man auf mehr Touristen aus Osteuropa

59 Prozent aller Nächtigungen internationaler Gäste in Österreich sind im Jahr 2004 auf deutsche Urlauber entfallen. In keinem anderen europäischen Land sei die Abhängigkeit von einem einzigen Herkunftsmarkt größer als in Österreich, heißt es von der Österreich Werbung (ÖW).

2006 werde die ÖW daher verstärkt in Osteuropa investieren, ohne aber saturierte Märkte zu vernachlässigen, sagt ÖW-Geschäftsführer Arthur Oberascher.

Umsatzsteigerung
Für die laufende Sommersaison 2005, die Ende Oktober endet, erwartet Oberascher eine vierprozentige Umsatzsteigerung. Beim Wirtschaftsministerium habe die ÖW 13 Mio. Euro beantragt, welche man gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) unter anderem für den chinesischen Raum verwenden wolle, berichtet der ÖW-Chef.

Weniger deutsche Gäste
Zwischen 1995 und 2004 habe Österreich 7,5 Mio. Nächtigungen aus Deutschland verloren und gleichzeitig 7,7 Mio. Nächtigungen von Gästen anderer Herkunftsländer hinzugewonnen. "Letzteres ist zwar erfreulich, mir persönlich aber viel zu wenig", erklärte Oberascher. Viel Potenzial bestehe noch auf internationalen Märkten bzw. jenen in Osteuropa. "Unter keinen Umständen" werde man aber aus dem deutschen Markt weggehen, meinte Oberascher. Dies wäre der "größte strategische Fehler".

Platz 2 für Holländer
Ein Benchmarkvergleich zum internationalen Gästemix in mehreren Ländern zeigt, dass in der Schweiz 41 Prozent und in Italien 33 Prozent der Nächtigungen auf Gäste aus Deutschland entfallen. Deutschland ist auch in diesen Ländern der wichtigste ausländische Herkunftsmarkt. In Österreich waren 59 Prozent der internationalen Gäste Deutsche, zehn Prozent Niederländer, je vier Prozent Schweizer, Briten und Italiener. Drei Prozent entfielen im Jahr 2004 auf Belgier, je zwei Prozent auf Franzosen und US-Amerikaner, je ein Prozent auf Ungarn und Tschechen und zehn Prozent auf andere Herkunftsländer. Auf inländische Urlauber entfielen 26,7 Prozent. (apa)

19.9.2005 13:37