Mittwoch, 21. September 2005

Deutschland: Poker um den Kanzler

  • Kanzlerpoker: Schröder will Merkel zermürben

GERHARD SCHRÖDER will nach verlorener Wahl weiterhin Regierungschef bleiben. Deutschlands Top-Chefredakteure von „Stern“ bis „Focus“über den atemberaubenden Machtpoker zwischen Schröder und Merkel: Wird unser Nachbarland jetzt total unregierbar?

Er strotzt vor Selbstbewusstsein, scheint mit sich im Reinen, wirbt für sich und seine Politik: Bundeskanzler Gerhard Schröder, 61 (SPD) – ein Mann, der kämpft, pokert und sich „nicht verpisst“, wie Starkolumnist Franz Josef Wagner („Bild“) geradezu andachtsvoll feststellt. Doch was hat Schröder vor, was kann er überhaupt tun in der jetzigen Situation? Bevor er am Wahlabend in der „Elefantenrunde“ der Parteichefs lospolterte, hatte er in einem kurzen Gespräch mit Parteichef Franz Müntefering die Marschrichtung festgelegt. Ergebnis war ein bemerkenswerter TV-Auftritt, bei dem sich Gerhard Schröder als großer Wahlsieger verkaufte, obwohl seine Partei (SPD: 34,3 Prozent) um mehr als vier Prozent absackte und knapp hinter die Union (35,2 Prozent) fiel. Plötzlich akzeptierte er auch die Meinungsumfragen, über die er wochenlang im Wahlkampf gelästert hatte und nahm sie als Basis für seine Erfolgsrechnung: „Ich bin aus aussichtsloser Position gestartet und habe aufgeholt …“

Völlig aufgedreht erhob Schröder deshalb resolut den Anspruch, auch der nächste deutsche Bundeskanzler zu sein, obwohl bisher in Deutschland immer die stimmenstärkste Fraktion mit der Regierungsbildung beauftragt wurde. Schröder bediente sich dabei eines schlichten Advokatentricks: „Die SPD ist nur eine Partei, CDU und CSU sind zwei Parteien, somit vertrete ich die stimmenstärkste Partei.“

Und: „Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot mit Frau Merkel bei dieser Sachlage einginge, in der sie sagt, sie möchte Bundeskanzler werden?“, höhnte Schröder: „Wir müssen die Kirche doch im Dorf lassen …“

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
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21.9.2005 16:32