Deutschland: Poker um den Kanzler
- Kanzlerpoker: Schröder will Merkel zermürben

GERHARD SCHRÖDER will nach verlorener Wahl weiterhin Regierungschef bleiben. Deutschlands Top-Chefredakteure von Stern bis Focusüber den atemberaubenden Machtpoker zwischen Schröder und Merkel: Wird unser Nachbarland jetzt total unregierbar?
Er strotzt vor Selbstbewusstsein, scheint mit sich im Reinen, wirbt für sich und seine Politik: Bundeskanzler Gerhard Schröder, 61 (SPD) ein Mann, der kämpft, pokert und sich nicht verpisst, wie Starkolumnist Franz Josef Wagner (Bild) geradezu andachtsvoll feststellt. Doch was hat Schröder vor, was kann er überhaupt tun in der jetzigen Situation? Bevor er am Wahlabend in der Elefantenrunde der Parteichefs lospolterte, hatte er in einem kurzen Gespräch mit Parteichef Franz Müntefering die Marschrichtung festgelegt. Ergebnis war ein bemerkenswerter TV-Auftritt, bei dem sich Gerhard Schröder als großer Wahlsieger verkaufte, obwohl seine Partei (SPD: 34,3 Prozent) um mehr als vier Prozent absackte und knapp hinter die Union (35,2 Prozent) fiel. Plötzlich akzeptierte er auch die Meinungsumfragen, über die er wochenlang im Wahlkampf gelästert hatte und nahm sie als Basis für seine Erfolgsrechnung: Ich bin aus aussichtsloser Position gestartet und habe aufgeholt
Völlig aufgedreht erhob Schröder deshalb resolut den Anspruch, auch der nächste deutsche Bundeskanzler zu sein, obwohl bisher in Deutschland immer die stimmenstärkste Fraktion mit der Regierungsbildung beauftragt wurde. Schröder bediente sich dabei eines schlichten Advokatentricks: Die SPD ist nur eine Partei, CDU und CSU sind zwei Parteien, somit vertrete ich die stimmenstärkste Partei.
Und: Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot mit Frau Merkel bei dieser Sachlage einginge, in der sie sagt, sie möchte Bundeskanzler werden?, höhnte Schröder: Wir müssen die Kirche doch im Dorf lassen
Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Focus-Chef Helmut Markwort setzt auf Jamaika
PLUS: stern-Chef Thomas Osterkorn fordert Neuwahlen
PLUS: Welt-Chefredakteur Roger Köppel über den Kanzler
PLUS: Die Chefin der links-grünen taz über Schröder
PLUS: FPD-Spitzenfrau für Koalition mit Schwarz & Grün
Euro-Krise Spanien16:18
Spanien am AbgrundRettung einer maroden Großbank stößt Spanien tief in den Strudel der Euro-Krise
Steiermark19:54
Tödlicher TauchgangFrau fährt in einen Wasserkanal der Mur. Lenkerin wird nur noch tot geborgen.
EURO 2012 Deutschland19:32
EM ohne DraxlerLöw sortiert vier Spieler aus dem Teamkader aus. Auch Stürmer Cacau nur Zuseher.
