NEWS: Industrieller Ernst Hofmann
nach Millionenpleite unter Druck
- Abverkauf des Industriekonzerns hat begonnen
- Banken sprechen von einer "stillen Liquidation"
Der steirische Industrielle Ernst Hofmann, wegen seiner ausgezeichneten Kontakte zu den früheren FPÖ-Chefs Jörg Haider und Susanne Riess-Passer oft "blaue Eminenz" genannt, ist durch eine Millionenpleite einer früheren DDR-Firma, an der er 90 Prozent übernommen hatte, wirtschaftlich schwer unter Druck geraten, berichtet NEWS in der aktuellen Ausgabe.
Wie NEWS aus Bankenkreisen erfahren hat, stehen wesentliche Teile des Hofmann´schen Konzerns zum Verkauf bzw. wurden bereits veräußert. Während in seinen Gläubigerkreisen von "stiller Liquidation" gesprochen wird, bezeichnete Hofmann die aktuellen Schwierigkeiten gegenüber NEWS als "nicht dramatisch" und verweist auf seinen großen Immobilienbesitz, der seinen Schulden gegenübersteht.
Ein Auslöser der aktuellen Probleme dürfte ein Engagement Hofmanns in Ostdeutschland sein, das in diesem Frühjahr vor dem Konkursrichter endete: Die "Neue Ostsee Fisch GmbH", an der Hofmann vor rund vier Jahren 90 Prozent erwarb, dürfte ihn in Summe bis zu zehn Millionen Euro gekostet haben. Ein Schuldenberg von ca. 80 Millionen Euro, so wird in Gläubigerkreisen kolportiert, sollen inzwischen auf Hofmanns Firmengruppe drücken. "Das ist nicht ganz richtig", erklärt Hofmann dazu gegenüber NEWS.
Die Schuldenlast soll sich laut NEWS exklusiv vorliegenden Informationen auf gut zehn Banken, darunter Steiermärkische Sparkasse, Oberbank, BKS, Hypo Alpe-Adria-Bank, BA-CA, Bank Burgenland, Grawe Gruppe, Volksbanken und Raiffeisen aufteilen. "Finanzprobleme" oder gar eine "Schieflage" seiner Gruppe ortet Hofmann hingegen nicht. "Es ist mehr ein Nachfolgeproblem ", erklärt der Unternehmer in NEWS.
Tatsache ist, dass der als "Retter" von Ankerbrot bekannt gewordene Sanierer Bernhard Chwatal Hofmann nun zur Seite steht. Hoffmann bestätigt gegenüber NEWS, dass der Abverkauf seines Imperium bereits begonnen hat. So wurde der Lebensmittelbereich mit kürzlich an Mautner-Markhof veräußert. Für den Kunststoffbereich des Hofmann-Konzerns wurde der Unternehmensberater Deloitte beauftragt, nach Käufern zu suchen. "Es ist richtig, dass Deloitte mögliche Partner für die Expansion meines Verpackungsbereiches sucht, die auch die Mehrheit übernehmen könnten", bestätigt Hofmann gegenüber NEWS. Zum Verkauf stehen außerdem einige größere Immobilien.
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(apa)
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