Donnerstag, 22. September 2005

Wer weiß etwas über das Pensionssystem? Österreicher mangelhaft & falsch informiert

  • 63 % hat 'überhaupt keine Ahnung' über seine Rente
  • 70 % glauben nicht, dass sie mit Geld auskommen

Österreicher haben häufig unrealistische und falsche Vorstellungen über ihr künftiges Einkommen in der Pension. Eine Mehrheit von 63 Prozent hat nach eigenen Angaben "überhaupt keine Ahnung", wieviel Geld sie einmal als monatliche Pension vom Staat ausbezahlt bekommen wird, erklärte Walter Rothensteiner als Sprecher der Raiffeisen-Bankengruppe am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Trotz dieses dünnen Informationsstandes sind laut einer von Fessel-GfK durchgeführten Umfrage 68 Prozent der Bevölkerung überzeugt, "sicher nicht" oder "eher nicht" mit dem zu erwartenden Geld des Staates im Alter auskommen zu können. Je ein Drittel der Befragten erwartet, mit zunehmendem Alter mehr, weniger oder gleich viel Geld wie jetzt zu benötigen.

Nur 44 Prozent haben eine Lebensversicherung
In der bisher erfolgten Vorsorge liege Österreich im Vergleich zu den "alten EU-Ländern" merklich zurück: So hätten nur 44 Prozent der Österreicher eine Lebensversicherung abgeschlossen - gegenüber 60 Prozent im Durchschnitt der EU-15. Der Anteil der Versicherungsprämien am Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrage mit 2,6 Prozent genau die Hälfte des EU-Mittels (5,2 Prozent). Und nur jeder fünfte Österreicher komme in den Genuss einer betrieblichen Vorsorge, während das in den EU-15 für 51 Prozent der Fall sei.

Dieser Zustand ist angesichts der zu erwartenden demografischen Entwicklung - bis zum Jahr 2050 wird sich der Anteil der Über-65-Jährigen auf knapp 30 Prozent verdoppeln, zugleich wird der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 68 auf 58 Prozent schrumpfen - für die Raiffeisen-Bankengruppe Anlass für eine massive Informations- und Beratungskampagne in allen 2.300 Geschäftsstellen in Österreich.
(apa)

22.9.2005 13:45