Knalleffekt in Schmiergeldaffäre! Hoyzer:
"Bei Bregenz wurde definitiv manipuliert"
- "Mit dem Tormann wurden Spiele abgesprochen"
- Angeblich waren aber auch Feldspieler beteiligt
Fußball-Skandalschiedsrichter Robert Hoyzer hat im Zusammenhang mit dem deutschen Wett-Skandal schwerwiegende Vorwürfe gegen SW Bregenz erhoben. Hoyzer, der wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs vor Gericht steht, behauptete in einem Interview: "Bregenz war für die Sapinas (Anmerkung: Die angeklagten Brüder Ante, Milan und Filip S.) sehr wichtig. Das war definitiv ein Klub, bei dem Spiele manipuliert wurden."
Im Interview mit der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung" sagte Hoyzer weiter: "Die Sapinas haben sehr oft von Bregenz gesprochen. In ihren Erzählungen hatte SW Bregenz im Zusammenhang mit Wettmanipulationen einen großen Stellenwert." Auf die Frage, wie der Kontakt funktioniert habe, antwortete der Ex-Referee: "Für die Kontakte nach Österreich war Filip Sapina zuständig. Er hat immer wieder mit dem Tormann von Bregenz Spiele abgesprochen. Außer dem Tormann waren aber auch Spieler beteiligt. Filip hat mit dem Torhüter oft telefoniert, und Filip ist auch mehrmals zu den Spielen nach Bregenz gefahren."
Ohne Namen nennen zu können ("Ich habe mich zum damaligen Zeitpunkt nicht für irgendwelche Namen interessiert"), konkretisierte Hoyzer die Kontaktaufnahme: "Einmal war ich mit Filip Sapina im Auto in Berlin unterwegs, das muss im Oktober oder November 2004 gewesen sein. Plötzlich hat Filips Handy geläutet. Gleich nach dem Gespräch hat mir Filip gesagt, dass das am Telefon soeben der Tormann von Bregenz war. Der habe angefragt, ob man nicht wieder einmal etwas machen könne."
"Natürlich ging es wieder einmal darum, ein Spiel so zu drehen, dass Bregenz verliert. Meines Wissens liefen die Bregenz-Wetten meist als Kombi-Wetten mit. Irgendwann ist die Quote aber ziemlich miserabel geworden, da Bregenz über einen langen Zeitraum Tabellenletzter war und sich Wetten auf deren Niederlage nicht gelohnt hätten."
Hoyzer erwähnte zudem ein Beispiel: "Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie Filip mächtig sauer auf einen Verteidiger in Österreich war. Der muss ein Spiel mächtig verbockt haben. Das dürfte so um Mitte 2004 gewesen sein. Filip hat mir das ganz genau geschildert: Das Spiel stand unentschieden. Da kam sein Mann, der Verteidiger, links von der Strafraumgrenze und legte den gegnerischen Stürmer um - allerdings knapp vor dem Strafraum."
"Der Freistoß ging daneben. Filip hat gemeint, wenn der noch ein, zwei Schritte geht und dann erst das Foul macht, dann hätte es Elfmeter gegeben und die Wette wäre gewonnen gewesen. Filip hat sich dann noch fürchterlich aufgeregt und gesagt, wenn der Spieler schon Geld von ihm haben will, dann darf er sich nicht so dämlich anstellen."
Über die Zahlungen wusste der Schiedsrichter nichts genaues: "Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Üblicherweise wurde das Schmiergeld im Voraus bezahlt. Immer in bar. Bei mir war es jedenfalls so. Zumindest einer der Sapinas war bei den Spielen dann immer dabei, um zu sehen, wie's läuft. In Bregenz war meines Wissens aber immer nur einer, nämlich Filip." (apa)
