Freitag, 23. September 2005

Spitze der Bundesliga rückt zusammen: Der GAK gewinnt den Schlager gegen Austria!

  • Rapid schloss mit Sieg gegen Tirol zu Spitzenduo auf
  • 1:0 in Mattersburg: Erster Auswärtserfolg der 'Bullen'

Der GAK hat am Samstag den Schlager der 12. Runde der T-Mobile Fußball-Bundesliga gewonnen. Die Grazer besiegten Tabellenführer Austria Magna dank eines von Roland Kollmann verwandelten Elfmeters (73.) mit 1:0 und feierten damit den ersten Heimsieg gegen die Austria seit 24. September 2001. Damit hat Superfund Pasching im Oberösterreich-Derby heute gegen SV Ried die Chance, die Wiener von Platz eins zu verdrängen.

Nach sechs Bundesliga-Spielen ohne Sieg feierte Meister Rapid wieder einen Dreipunkter. Die Hütteldorfer bezwangen Wacker Tirol durch Treffer von Hlinka (58.) und Akagündüz (71.) mit 2:0 und schlossen mit nun 19 Punkten zum Spitzenduo Austria (22) und Pasching (20) auf. Sturm Graz fügte Schlusslicht Admira mit einem 3:2 die neunte Saisonniederlage zu. Salzburg bezwang SV Mattersburg dank eines Pichorner-Treffers in der 90. Minute mit 1:0 und holte damit den ersten Auswärtssieg in dieser Saison.

GAK beendet schwarze Serie gegen die Austria
6.878 Zuschauer im Schwarzenegger-Stadion sahen eine auf mäßigem Niveau stehende erste Hälfte. Beide Teams riskierten wenig, Torchancen blieben Mangelware. ÖFB-Teamstürmer Linz (7.) kam nach einer Vorlage von Rushfeldt in Bedrängnis nur mit der Brust an den Ball, der aus kurzer Distanz am Tor vorbeirollte. In der 27. Minute brandete bei den mitgereisten Austria-Fans verfrühter Torjubel auf. Rushfeldt traf nach Kopfball-Vorlage von Linz, der aber im Abseits stand. Schiedsrichter Einwaller versagte dem Treffer zu Recht die Anerkennung.

Nach der Pause schaltete der Tabellenführer einen Gang höher, erzeugte mehr Druck. Nach einer Flanke des slowenischen Austria-Spielmachers Ceh setzte der norwegische Goalgetter Rushfeldt (49.) den Kopfball knapp über das Tor von GAK-Goalie Schranz. Bei einem 25-Meter-Weitschuss von Bleidelis musste Austria-Goalie Didulica erstmals ernsthaft eingreifen. In der 70. Minute prüfte Schrott den Kroaten aus 18 Metern Entfernung zum zweiten Mal, ehe Ceh im Gegenstoß an Schranz scheiterte.

Bazina (71.) sorgte mit einem Distanzschuss für die bis dahin gefährlichste Aktion, fand aber in Didulica seinen Meister. Schiedsrichter Einwaller besiegelte schließlich in der 72. Minute das Schicksal der Gäste. Nach einem Eckball von Kollmann ging der eingewechselte Sick zu Boden. Der Unparteiische entschied auf Foul von Ex-GAK-Spieler Tokic, der bereits davor bei jeder Ballberührung gnadenlos ausgepfiffen worden war.

Den fragwürdigen Strafstoß verwandelte Kollmann (73.) souverän. Der GAK setzte nach, Bazina (76.) vergab jedoch nach Amerhauser-Flanke mit einem Drehschuss aus elf Metern die Chance auf die Vorentscheidung. Zwei Minuten vor Schluss rutschte Plassnegger (88.) in einen gefährlichen Schuss von Dheedene und rettete den Grazern den Sieg.

Geglückte Generalprobe für Rapid vor Juventus-Spiel
Drei Tage vor dem Turiner Champions League-Duell mit Juventus präsentierte sich "Grün-Weiß" in weit besserer Verfassung als in jüngerer Zeit, in der zweiten Hälfte sogar teilweise eindrucksvoll. Die recht offensiv ausgerichtete Mannschaft (wieder mit Hofmann und Hlinka) machte gehörig Dampf und da auch die Tiroler zumindest vor der Pause recht wacker konterten, entwickelte sich eine schnelle und abwechslungsreiche Partie mit etlichen Chancen auf beiden Seiten, wobei es für die Hausherren naturgemäß ein Übergewicht gab.

Die ersten größeren Möglichkeiten hatten allerdings die Tiroler durch Aganun (12,/scheiterte an Payer), Gruber (köpfelte nach einem Corner daneben/13) und Hölzl (15./verschoss). Rapid hatte dem zunächst nur gute Distanzschüsse (Bejbl, Dober, Lawaree, Hofmann/Freistoß, Labant) entgegen zu setzen. In der 22. Minute wäre aber fast das 1:0 für die Gastgeber gefallen, als Ivanschitz ideal für Hofmann auflegte, dieser aber in dem glänzend reagierenden Pavlovic seinen Meister fand. Nach halben Chancen auf beiden Seiten, verpassten die Gäste nach einem Fehler von Bejbl durch ein zu ungenaues Abspiel von Tapalovic eine große Möglichkeit (39.). In der 41. Minute bombardierte Labant die Latte, bereits in der 23. hatte Pavlovic einen gefährlichen Corner von Ivanschitz via Latte abgewehrt.

Nach der Pause verstärkten die Wiener dann noch den Druck und das Führungstor musste einfach fallen. Kincl (47./52.) war dem 1:0 nahe, das dann endlich in der 58. Minute fiel. Ivanschitz zirkelte einen Freistoß angeschnitten vor das Tor und Hlinka köpfelte mit seinem dritten Saisontreffer das 1:0. Nun waren die Hütteldorfer nicht mehr zu bremsen, Hlinka (62.), Akagündüz (67.) scheiterten an Pavlovic oder vergaben ihre Chancen, ehe der Teamstürmer traf. Nach einer tollen Vorarbeit von Hofmann schoss "Aka" aus zehn Metern flach in die rechte Ecke zum 2:0 (71.) und seinem zweiten Saisontor.

Weitere Möglichkeiten (Ivanschitz, Martinez, Akagündüz ) blieben ungenützt. Die Tiroler waren in der zweiten Hälfte nur ein Mal bei einem (Fehl)-Schuss von Windisch (48.) gefährlich.

Erster Auswärtssieg von Salzburg
Die Salzburger mussten lange um den ersten Auswärtssieg kämpfen. Pichorner erlöste seine Elf erst in der Schlussminute, als er mit einer weiten Flanke den ansonsten starken Torhüter Borenitsch überlistete und nach 515 torlosen Auswärts-Minuten den Bann brach. Für Salzburg war es erst der zweite Auswärtstreffer.

Nach den zwei Heimsiegen gegen die Austria und den GAK hatte Jara auch in der Fremde nach nur einem Punkt und einem Tor in fünf Partien eine Steigerung gefordert. Unverändert gegenüber der GAK-Partie liefen die "Roten Bullen" in Mattersburg ein, doch vor 10.500 Zuschauern hielten die Burgenländer gut dagegen.

Die Salzburger hatten in der Anfangsphase gute Chancen, als Jezek (4.) und Aufhauser (11.) an SVM-Torhüter Borenitsch scheiterten. Auf der Gegenseite fand Hanikel per Kopf die beste Chance vor (27.). Danach bekam Salzburg die Partie zunächst in Griff, nach der Pause wurden aber die Heimischen stärker und durch den kopfballstarken Hanikel mehrmals gefährlich. Nach rund einer Stunde reagierte Jara, brachte Mattersburg-Schreck Mayrleb (7 Tore in den jüngsten 5 Spielen gegen die Burgenländer) statt Zickler als Solo-Spitze. Doch die Offensiv-Spieler blieben ohne Erfolg. Als die Zuschauer schon mit einem torlosen Remis rechneten, schlug Verteidiger Pichorner nicht nur zur Überraschung von Borenitsch zu.

Sturm siegte bei der Admira mit 3:2
Die Steirer legten die Basis für den Sieg in den Minuten 28 bis 35, als sie 2:0 in Führung gingen. Das erste Tor folgte einem Foul von Flögel, Filipovic verwertete den Freistoß. Flögel war auch am 0:2 beteiligt, seinen Ballverlust gegen Mujiri nützte dieser auf der linken Seite zu einem Vorstoß, den Stanglpass verwertete Tsimba am langen Eck.

Doch die Admira schlug noch vor der Pause mit zwei Premieren-Treffern zurück. In der 45. Minute kam eine Bule-Flanke von links über den Kopf von Wallner, Thonhofer traf volley. Bereits zwei Minuten über der Zeit kam Wallner zu seinem ersten Tor nach seiner Rückkehr aus Deutschland, und zwar aus einem Freistoß.

Die Gastgeber nahmen ihren Schwung aber nicht in die zweite Hälfte mit und gingen so doch noch als Verlierer vom Platz. Die Entscheidung fiel in der 72. Minute. Der eingewechselte Rauter gab einen Stanglpass herein, Goalie Mandl kam schlecht raus und war sich zudem noch mit Flögel im Weg, Sarac nützte die Situation und kollerte den Ball zum 3:2 ins Netz.

Kurz vor Schluss gab Schiedsrichter Grobelnik noch einen ungerechtfertigten Elfmeter gegen die Admira, denn die Attacke von Mandl gegen Filipovic war in Ordnung. Die Gerechtigkeit aber siegte, Mandl hielt den Strafstoß gegen Filipovic. An der Niederlage der Admira änderte das allerdings nichts mehr.

(apa)

23.9.2005 14:37