Dienstag, 20. September 2005

Rote Bullen überflügeln den GAK: Tendenz zeigt nach 1:0 für Salzburg steil nach oben

  • Spitzenduo Austria und Pasching setzt sich ab
  • Tirol erreicht gegen Aufsteiger Ried nur ein 1:1

Die Bullen sehen rot: Nach dem Sieg am Wochenende gegen die Austria gewann Salzburg auch gegen den GAK knapp mit 1:0 und feierte damit den zweiten Sieg gegen einen Spitzenklub. In der elften Runde setzte sich das Spitzenduo Austria Wien und Superfund Pasching weiter ab. Die Veilchen gewannen ohne zu glänzen durch einen Rushfeldt-Doppelpack gegen die Admira mit 2:1, Pasching siegte daheim gegen Mattersburg ungefährdet mit 2:0. Tirol und Ried trennten sich mit 1:1.

Austria - Admira 2:1
Die Wiener Austria hat nach zwei 0:1-Niederlagen in Folge wieder gewonnen und damit die Tabellenführung zwei Punkte vor den Paschingern verteidigt. Ein Doppelpack von Rushfeldt (2./Elfer, 39.) bescherte den Veilchen im Horr-Stadion einen 2:1-Arbeitssieg gegen Schlusslicht Admira (Ehrentreffer durch Faraji/45.), wodurch der Vorsprung auf Titelverteidiger Rapid auf sechs Punkte wuchs.

Vor der Partie hatte die Austria ihre Hoffnungen auf die wieder genesenen Rushfeldt und Linz gesetzt, und das Sturm-Duo enttäuschte zunächst die hohen Erwartungen nicht. Bereits nach 47 Sekunden stürmte Linz Richtung Admira-Tor, wobei Wimmer den ÖFB-Teamstürmer mit der Hand am Rücken berührte und der Angreifer daraufhin spektakulär abhob. Schiedsrichter Drabek entschied auf Elfmeter, der von Rushfeldt in der 2. Minute im zweiten Versuch souverän verwertet wurde. Der Norweger hatte zwar auch beim ersten Mal getroffen, Drabek ließ den Strafstoß aber wiederholen, weil Lasnik zu früh in den Strafraum gestürmt war.

Schon zwei Minuten später hatte die Admira, die in der gleichen Formation wie beim 1:0 gegen Rapid begann, die Chance auf den Ausgleich, Didulica fischte jedoch einen Freistoß von Bjelica aus der Kreuzecke. In der Folge war die Austria zwar nicht übermäßig dominant, aber weit effizienter, was das Herausspielen von Torchancen betraf: In der 15. Minute verfehlte ein Dospel-Kopfball nur knapp das Ziel, zehn Minuten später scheiterte Tokic ebenfalls per Kopf an der Latte, den Nachschuss parierte Mandl bravourös.

Beim 2:0 für die Wiener in der 39. Minute machte der ÖFB-Teamkeeper allerdings eine weniger gute Figur, als er nach Maßflanke von Lasnik nicht entschlossen genug aus dem Tor kam und Rushfeldt den Ball per Kopf versenkte. Zu diesem Zeitpunkt schien die Partie bereits gelaufen, doch die Admira schöpfte kurz vor der Pause noch einmal Hoffnung. Didulica vermochte einen scharfen Querpass von Wimmer nicht zu bändigen und Faraji beförderte das Leder aus kurzer Distanz mit dem Becken ins Netz.

Im Horr-Stadion stand einmal mehr der Big Boss im Austria-Mittelpunkt. Die Stronach-Analysen sprachen für sich. "Es wurde das ganze Spiel wild hin und her geschossen. Ich möchte eigentlich einen anderen Fußball sehen. Man muss die Fehler erkennen und daran arbeiten. Die Spieler müssen sich mehr freistellen, es muss mehr gepasst werden. Nicht immer diese Ausschüsse", diagnostizierte der ehemalige Weiz-"Reserve"-Kicker.

Langweilige zweite Halbzeit
So flott die ersten 45 Minuten begonnen hatten, so langweilig ließ sich die zweite Hälfte an. Erst in der 61. Minute wurde die Austria wieder gefährlich, Lasnik knallte den Ball aber nach Pass von Sionko aus rund zwölf Metern über die Querlatte. Fünf Minuten später reklamierte die Austria nach einer Attacke von Horvath an Sionko ebenso vergeblich Elfmeter wie in der 71. Minute die Admira nach einem Zweikampf zwischen Saglik und Tokic.

Rote Karte für Muratovic
In der Schlussphase gerieten die wenig berauschenden Wiener vor den Augen ihres Klub-Mäzens Frank Stronach gegen ambitionierte, aber harmlose Südstädter nicht mehr ernsthaft in Gefahr und vergaben durch Linz, der in der 93. Minute zuerst an Mandl scheiterte und dann über das
Tor schoss.

Salzburg - GAK 1:0
Die Salzburger haben mit dem 1:0-Arbeitssieg ihre Negativserie gegen den GAK beendet und damit gleichzeitig den Vizemeister in der Tabelle überholt. Nach zwölf (!) sieglosen Spielen, zunächst drei Remis und dann neun Niederlagen, verließ die nunmehrige Red Bull-Elf gegen die Grazer endlich wieder einmal als Sieger (zuletzt am 19. August 2002 in Graz, vorher daheim am 4. Mai) das Spielfeld der neuen Arena.

Für den fünften Saison-Heimsieg sorgte Alexander Zickler mit einem in der 43. Minute bombensicher verwandelten Elfmeter. Pötscher hatte Jezek nach einem Bazina-Fehler zu Fall gebracht. Es war der vierte Treffer des Deutschen. Der GAK wartet nun schon vier Runden auf einen Sieg (plus dem 0:2 gegen Straßburg). Warum es nicht klappt, lässt sich an der Torliste ablesen, trafen die Grazer in dieser Phase doch nur ein einziges Mal.

Red Bull-"Berater" Franz Beckenbauer zeigte sich vom Spiel ("gefällt mir") angetan, auch wenn Großchancen bis zu den letzten Minuten Seltenheitswert hatten. Die Hausherren dominierten gegen die in der Defensive recht kompakt stehenden Gäste vor der Pause und führten daher auch verdient mit 1:0. Nach Seitenwechsel wurde der GAK (mit dem neu ins Spiel gekommenen Torjäger Kollmann) weit aktiver, vermochten die Salzburger aber dennoch kaum ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen und hätten in den letzten Minuten durch die eingewechselten Suazo (91.) und Scharrer (94.) das 2:0 machen können bzw. sogar müssen, scheiterten aber jeweils an Teamtormann Schranz.

Der knappe Fehlschuss von Bazina aus guter Distanz in der 42. Minute blieb die größte Möglichkeit für die Grazer, die nach Seitenwechsel nur durch einen Volley-Fehlschuss von Obiorah (61.) und einem zu zentral auf Arzberger gehenden Schuss von Kollmann (90.) wirklich gefährlich waren. Carboni (56.) scheiterte aus schrägem Winkel ebenso an Schranz wie im Finish seine zwei Kollegen. In der 94. Minute sah Muratovic nach einer Revancheaktion gegen Mair (dieser sah gelb) noch die rote Karte.

Pasching - Mattersburg 2:0
Der Erfolgslauf des FC Superfund Pasching geht weiter. Die Oberösterreicher kamen gegen Mattersburg durch Treffer von Yüksel Sariyar (2. Minute) und Wolfgang Bubenik (38.) zu einem 2:0 (2:0)-Heimsieg und sind damit bereits seit acht Meisterschaftspartien ungeschlagen. Zudem ist Pasching-Torhüter Josef Schicklgruber bereits seit 563 Liga-Minuten ohne Gegentor.

Trotz der tollen Ergebnisse in den vergangenen Wochen waren nur 3.000 Zuschauer ins Waldstadion gekommen, doch die durften bereits nach 61 Sekunden jubeln. Bei einem Bubenik-Pass klappte die Abseitsfalle der Mattersburger nicht und Edi Glieder bediente Sariyar mit einer Idealvorlage - 1:0. Die Hausherren kamen mit den schwierigen Platzverhältnissen (der Sand diente zur "Sanierung" des Rasens) auch in der Folge weit besser zurecht als die Gäste.

Chiquinho (7. und 11. Minute) hatte Möglichkeiten die Führung auszubauen und nach einem Chiquinho-Freistoß traf Bubenik volley zum fälligen 2:0 (38.). Bei den Burgenländern, die ihren verletzten Topstürmer Naumoski schmerzlich vermissten, war vor der Pause nur ein Kühbauer-Schuss (17.) erwähnenswert.

Nach dem Wechsel beschränkten sich die Gastgeber darauf das Geschehen zu kontrollieren. Bei Chancen von Sariyar (67.) und des eingewechselten Gilewicz (82.) war trotzdem noch ein höherer Sieg möglich. Hinten stand auch ohne den in der 22. Minute ausgetauschten Abwehrchef Michael Baur erneut die Null. Ex-"Pannen-Pepi" Schicklgruber, der bei der Gemeinderatswahl in Kematen/Krems für eine Bürgerliste ins Rennen geht, erlangt mit seiner Torsperre damit als 38-jähriger Routinier späte sportliche Bestätigung.

Tirol - Ried 1:1
Der FC Wacker Tirol bleibt der Unentschieden-Krösus der Liga. Die Tiroler mussten sich am Mittwoch gegen Ried mit einem 1:1 (1:1) zufrieden geben und teilten zum siebenten Mal in elf Saisonspielen die Punkte. Zwar sind die Innsbrucker damit seit fünf Spielen unbesiegt, haben von den vergangenen neun Partien nur eine (0:2 in Salzburg) verloren, trauerten aber möglichen drei Punkten nach. Die Tore durch einen Kuljic-Elfer (29.) und eine Einzelaktion von Wacker-Stürmer Pacanda (31.) fielen binnen 75 Sekunden.

Gerade als die Tiroler die Partie nach schwacher Anfangsphase in den Griff zu bekommen schienen, verursachte Tirol-Verteidiger Knabel mit einem in dieser Form unnötigen Körperkontakt gegen den quirligen Seo einen Strafstoß, den Kuljic sicher verwertete. Der Teamstürmer verlud Wacker-Goalie Pavlovic und übernahm mit seinem sechsten Saisontor die geteilte Führung in der Schützenliste.

Etwas mehr als eine Minute später schlug aber auch der Torjäger des FC Wacker zu. Pacanda düpierte nach Hörtnagl-Zuspiel mit einer Drehung zwei Rieder Verteidiger und schoss überlegt ein. Der Tscheche hatte seit seinem Wechsel zu den Tirolern im Sommer zwei Muskelfaserrisse erlitten, bestritt erst sein viertes Saisonspiel. Während Ried nicht ungefährlich konterte, gab der Treffer den Innsbruckern Auftrieb, Pacandas Sturmpartner Aganun scheiterte mehrmals.

Nach der Pause wuchs der Tiroler Druck minutiös, allein ein Treffer wollte dem Team von Stanislaw Tschertschessow nicht gelingen. Gruber verfehlte das Tor bereits in der 50. Minute per Hinterkopf nur knapp, einen Pacanda-Schuss drehte Ried-Schlussmann Berger mit einer Glanztat zur Ecke (73.). Damit trennten sich die Aufsteiger der beiden vergangenen Saisonen auch im zweiten Saisonduell unentschieden. In Ried hatte Wacker zum Auftakt ein schmeichelhaftes torloses Remis erreicht. (apa/red)

20.9.2005 13:45