Dienstag, 20. September 2005

Unbegründeter Schiebungsverdacht: Ried richtet Protest-Schreiben an die Bundesliga

  • "Vorgehensweise nach den Gerüchten inakzeptabel"

Oberhaus-Aufsteiger SV Ried hat erste Schritte nach der vermeintlichen Spielabsprache in der Partie gegen Sturm Graz (2:1) gesetzt. Ried-Vorstandsmitglied Peter Vogl bestätigte, dass er in einem Schreiben an den Aufsichtsrat der Bundesliga und Vorstand Georg Pangl Aufklärung verlangt.

"Wir können die Vorgehensweise nach den Gerüchten der Spielabsprache nicht akzeptieren und verlangen, dass die Fakten auf den Tisch gelegt werden." Vogl stört besonders das Verbreiten des Gerüchts der Ergebnis-Absprache durch Bundesliga-Vorstand Pangl in einem Ö3-Interview.

"Das hat massiv zu einer Irritation bei Fans und Sponsoren beigetragen, denn das Interview ist stündlich in den Weltnachrichten vorgespielt worden. So etwas ist nicht produktiv und Gegenstand unseres Schreibens an die Bundesliga. Jetzt soll Klarheit herrschen und besprochen werden, ob Konsequenzen zu ziehen sind. Egal ob in organisatorischer, rechtlicher oder personeller Hinsicht", so Vogl. Am Freitag soll in einer Präsidenten-Konferenz nun das Thema behandelt werden.

Pangl selbst hatte am Wochenende bereits Nachjustierungen im Wett- Frühwarnsystem der Bundesliga in einer Sitzung mit dem Buchmacher- Verband und dem ÖFB angeregt. Zudem hatte sich der Burgenländer für mögliche Missverständnisse bei Ried und Sturm entschuldigt.

Austria-Trainer Frenkie Schinkels glaubt, dass seit dem Schiedsrichter-Skandal in Deutschland ein radikales Umdenken eingesetzt hat. "Mittlerweile haben alle die Hose so voll, dass derartige Schiebungen in unserer Profiliga unmöglich sind. Maximal in der Amateurklasse, wenn es um eine Bierkiste geht. Aber das hat es schon vor Jahrzehnten gegeben."

Dementsprechend lautet auch Schinkels Reaktion auf die Gerüchte zu Ried - Sturm. "Das ist Unsinn. Glaubst du, dass der Hochhauser zum Petrovic geht und sagt: ,Hurch zua, Karli. So moch ma des'?" (apa/red)

20.9.2005 11:45