Dienstag, 20. September 2005

Österreich bleibt auch 2006 im Daviscup erstklassig: Melzer schlägt Nicolas Lapentti!

  • Glatter Dreisatz-Erfolg für den Niederösterreicher

Österreichs Daviscupper haben sich am Sonntag in Pörtschach den Klassenerhalt in der Weltgruppe der besten 16 Nationen gesichert. Jürgen Melzer stellte mit einem glatten 7:5,6:4,7:5-Erfolg nach 2:41 Stunden über Nicolas Lapentti die uneinholbare 3:1-Führung gegen Ecuador her, das Schluss-Einzel hatte nur noch statistischen Charakter. Das ÖTV-Team spielt damit zum elften Mal in der obersten Liga mit. Am Donnerstag kennt die Mannschaft den Erstrunden-Gegner vom 10. bis 12. Februar 2006. Wie immer hofft man auf ein Heimspiel.

"Ein überwältigendes Gefühl. Es ist schön, für Österreich einmal drei Punkte geholt zu haben", freute sich Melzer, der nach dem verwerteten zweiten Matchball vor 2.000 begeisterten Zuschauern in die Knie sank und gleich darauf von seinem Kapitän Thomas Muster umarmt wurde. Und auch Muster selbst zeigte sich von der neuerlichen Teilnahme an der Weltgruppe begeistert. "Das ist, wie wenn man sich im Fußball für eine WM qualifiziert. Wir sind wieder unter den besten 16 Nationen, das ist in einer Weltsportart nicht so ohne."

Melzer hat mit zwei Einzelsiegen sowie dem Doppel an der Seite von Julian Knowle für alle drei Punkte gesorgt. Seine bisher eher magere Daviscupbilanz hat er auch aufgebessert, er hält nun bei fünf Einzelsiegen in 16 Singles bzw. einer Gesamtbilanz von 7 Siegen/17 Niederlagen. Und erstmals hat er den entscheidenden Sieg zum Aufstieg in die Weltgruppe geschafft. In den vergangenen beiden Jahren gegen Belgien und Großbritannien, - ebenfalls am Erfolgsschauplatz Pörtschach -, war es jeweils Stefan Koubek gewesen.

Erstmals wurde also Melzer zum Daviscup-"Helden": "Ich will gar nicht als Held dastehen. Wir haben als Team gewonnen. Auch der Stefan hat gegen Nicolas sehr viel dazu beigetragen, weil er Lapentti so müde gespielt hat", erinnerte der Niederösterreicher an den Fünfsatz-Thriller Koubeks am Freitag.

Melzer hat den Grundstein zum Sieg im Aufeinandertreffen der beiden Nummer-eins-Spieler gegen einen konditionell sicher angeschlagenen Nicolas Lapentti schon im ersten Satz gelegt. Nicolas war mit 5:3 vorangelegen, der Weltranglisten-49. aus Deutsch Wagram drehte den Satz um. Der große Kämpfer Lapentti blieb zwar in allen Sätzen an Melzer dran, kam in Satz zwei von 2:5 noch auf 4:5 heran und führte im dritten Satz nach einem Break schon 4:3. Doch Breaks zum 6:4 bzw. zum 6:5 im dritten stellten die Weichen zum Sieg.

Den ersten Matchball bei 5:4 nach 2:28 Stunden konnte Melzer noch nicht nützen, 13 Minuten später machte er den Sack aber zu. Stefan Koubek ließ es sich im Anschluss nicht nehmen, in Kärnten auch die "dead-rubber"-Partie noch zu spielen, er traf auf Carlos Avellan, der Giovanni Lapentti ersetzte.

Österreich bleibt damit seit dem 2:3 gegen Deutschland 1994 in Graz-Unterpremstätten vor eigenem Publikum weiter ungeschlagen. Das ÖTV-Team ist zu Hause durchaus als "Macht" zu bezeichnen, war doch der Erfolg gegen Ecuador bereits der elfte Heimsieg en suite.



Weltgruppen-Playoff Österreich-Ecuador 4:1
Freitag:
Jürgen Melzer - Giovanni Lapentti 6:1,6:0,6:2
Stefan Koubek - Nicolas Lapentti 7:5,6:4,4:6,6:7(5),5:7

Samstag:
Julian Knowle/Alexander Peya - Nicolas und Giovanni Lapentti 2:6,6:4,6:0,6:3

Sonntag:
Melzer - Nicolas Lapentti 7:5,6:4,7:5
Koubek - Carlos Avellan 6:3,6:2

(apa/red)

20.9.2005 14:45