Nach Unfalltod von Copilot Michael Park: Peugeot überlegt sofortigen WM-Ausstieg
- Rallye-Rennstall zieht sich zu Saisonende zurück
·Tödlicher Unfall bei Rallye-Lauf in Wales
Brite Michael Park stirbt im Auto von Pilot Märtin

Das Rallye-Werksteam Peugeot, dessen Ausstieg aus der WM mit Jahresende bereits lange feststeht, überlegt nach dem tragischen Tod des Copiloten Michael Park am Sonntag beim Lauf in Wales, einen sofortigen Rückzug. Beim französischen Automobilkonzern sitzt der Schock nach dem Tod des 39-jährigen Engländers, der an der Seite des estnischen Piloten Markko Märtin saß, tief.
"Wir überdenken den Rest der Saison. Die Meisterschaft ist nichts im Vergleich zu dem, was passiert ist", sagte der schwer betroffene Jean-Pierre Nicolas, Direktor von Peugeot Sport, gegenüber Eurosport. Vier WM-Läufe in Japan, Korsika, Katalonien und Australien sind noch ausständig.
Loeb verzichtete nach Unfall auf Sieg
Nach dem Unglück am Sonntag - der Bolide war mit voller Geschwindigkeit von der Strecke abgekommen und hatte mit der Beifahrerseite einen Baum touchiert, der sich ins Wageninnere bohrte - nahm Peugeot das finnische Duo Marcus Grönholm/Timo Rautiainen sofort aus dem Bewerb. Der Franzose Sebastien Loeb (Citroen) verzichtete auf den Sieg. Er passierte eine Zeitkontrolle in Swansea zwei Minuten vor der festgesetzten Zeit und erhielt dafür zwei Strafminuten. Damit wurde er Dritter und stand noch nicht als Weltmeister fest.
"Das ist Sport. Ich mache mit, um zu gewinnen. Aber nicht so. Das ist total dumm. Sie hätten die Rallye sofort stoppen müssen. Marcus hat sich diese Frage gar nicht gestellt, er ist stehen geblieben. Und für mich war das genauso", sagte der Elsässer, der eine Regelverletzung begehen musste, um sicher zu stellen, dass er den Titel nicht unter diesen tragischen Umständen in Wales gewinnt und weil Grönholm nicht mehr weiterfuhr. Loeb hat nun 99 Punkte auf dem Konto, 34 mehr als der Norweger Petter Solberg (Subaru), der Erstplatzierte in Wales, und 38 mehr als Grönholm.
Letzter tödlicher Unfall 1993 in Australien
Zuletzt war im Rahmen der Rallye-WM 1993 in Australien der Neuseeländer Roger Freeth, Beifahrer seines Landsmanns Possum Bourne, ums Leben gekommen. Rallyesport ist sicherer geworden. "Wir versuchen, ihn sicherer zumachen, aber Motorsport bleibt gefährlich", sagte David Richards, der 1981 als Copilot des Finnen Ari Vatanen Weltmeister wurde.
Bei aller Sicherheit, die den Fahrern und Beifahrern in ihren Cockpits geboten wird, ihre Sonderprüfungen führen sie durch Wälder, über eisige Bergstraßen, entlang von steilen Abhängen und Felswänden.
Das seitliche Aufeinandertreffen mit einem unbeweglichen Gegenstand ist der gefürchtetste Moment. Die Seite ist das schwächste Teil an jedem Auto, auch an einem Rallyefahrzeug. Auch wenn Rahmen, Spreizen und Traversen aus Stahl sind, sie bieten bei Unfällen dieser Art nur wenig Schutz. "Wenn du mit dieser Geschwindigkeit an einen Baum prallst, gibt es wenig, das du tun kannst", sagte der Brite Nicky Grist, Copilot an der Seite von Colin McRae, gegenüber "The Guardian".
Grist: "Das war eine schreckliche Fügung des Schicksals. Du kannst diesen Unfall 200 Mal haben, aber wenn du beim 201. Mal an der falschen Stelle anschlägst, dann erwischt es dich."
(apa/red)
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