'Realistische NHL-Chance gabs nicht': Heim-kehrer Trattnig, Lakos haben von AHL genug
- Star Setzinger von Nashville Predators enttäuscht
Für alle Drei scheint der Traum vom großen Geld und Ruhm in der National Hockey League (NHL) zumindest vorerst auf Eis gelegt. Die österreichischen Eishockey-Nationalspieler Matthias Trattnig, Andre Lakos und Oliver Setzinger kehrten von Auslands-Engagements nach Österreich zurück, um in der kommenden Saison in der Erste Bank Liga auf Torjagd zu gehen.
Während Finnland-Heimkehrer Setzinger vom Meister Vienna Capitals noch mit einem NHL-Engagement spekuliert, haben die Salzburg-Stars Trattnig und Lakos ein solches erst einmal abgehakt. "Der Traum ist erst einmal ausgeträumt", erklärte Trattnig, der laut eigenen Angaben keine weitere Vertragsvereinbarung mit den Columbus Blue Jackets hat.
Lakos trauert NHL nicht nach
Wie Verteidiger-Hüne Lakos war er im Sommer 2004 vom NHL-Klub verpflichtet worden und hatte in der vergangenen "Lockout"-Saison für das Farmteam Syracuse Crunch in der American Hockey League (AHL) gespielt. Dem abgefahrenen NHL-Zug trauert der körperlich starke Angreifer nicht nach.
"Solange ich in Europa noch halbwegs lange und gut spielen und mein Geld verdienen kann, ist das in Ordnung", meinte Trattnig. Nicht zuletzt deshalb unterschrieb der rechte Flügelstürmer, der 1999 mit der University of Maine als erster Österreicher die US-College-Meisterschaft gewonnen hatte, für ein Jahr in Salzburg.
Sein ebenfalls 26-jähriger AHL-Teamkollege Andre Lakos plant sogar ein längerfristiges Engagement in der Mozartstadt. "Wenn alles so passt, wie ich mir das vorstelle, dann möchte ich länger bleiben. Österreich ist mein zu Hause, hier habe ich meine Familie und fühle mich wohl. In Amerika ist das schwieriger", erklärte der 2,03 m große und 103 kg schwere Modellathlet, der den Großteil seiner Jugend in Kanada verbracht hatte.
Zwar gab es für den 70fachen Teamspieler mehrere Möglichkeiten, noch in der NHL unterzukommen, "eine realistische Chance zu spielen, gab es aber nirgends", begründete der 26-Jährige, warum er zumindest für zwei Jahre für die Red Bulls unterschrieb und mit den Salzburgern "eine gute Saison haben" will. Das Ziel, "das wir unbedingt erreichen müssen", sind die Playoffs.
Setzinger nach sechs Jahren in Finnland zurück
Mit dem Erreichen der Halbfinal-Serien würden sich die Vienna Capitals wohl kaum zufrieden geben. Um die Erfolge aus der vergangenen Saison zumindest annähernd zu wiederholen, ersetzte der Meister den ebenfalls nach Salzburg abgewanderten Kapitän Dieter Kalt mit Setzinger auf der Center-Position durch einen weiteren starken Österreicher.
Der 22-jährige Wiener kehrt nach sechs Jahren in Finnland auf das heimische Eis zurück, ist nicht nur auf Grund seiner enormen Geschwindigkeit eine Bereicherung für die Liga. "So gut in Form war ich noch nie", sagte der Capitals-Jungstar, der schon 2001 von den Nashville Predators gedrafted worden war. Mittlerweile fühlt sich der 81fache Nationalspieler vom NHL-Team aber im Stich gelassen.
"Jedes Jahr versprechen sie mir aufs Neue, eine Chance zu geben. Auch heuer wurde das nicht eingehalten. Deshalb habe ich versucht, aus dem Vertrag auszusteigen . Wenn sie mich wirklich ernsthaft wollen, dann verpflichten sie mich auch aus der österreichischen Liga", begründete Setzinger, warum er wie Trattnig und Lakos wieder "Ja zu A" sagt. Damit sind Goalie Reinhard Divis, Christoph Brandner, Thomas Pöck und ab der kommenden Saison auch Thomas Vanek die einzigen vier Österreicher mit NHL-Erfahrung.
(apa)
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