Experten-These: Schwere Hurrikane
nicht durch Klimaerwärmung verstärkt
- Das US-Hurrikanzentrum erwartet mehr starke Stürme in nächsten zwei Jahrzehnten
Die schweren Hurrikane, die derzeit über den Atlantik fegen, sind nach Ansicht von Experten zyklisch bedingt und nicht Folge der Klimaerwärmung. Die derzeitige Phase starker Stürme werde vermutlich noch zehn bis zwanzig Jahre fortdauern, sagte der Direktor des Nationalen Hurrikanzentrums (NHC), Max Mayfield, am Dienstag (Ortszeit) bei einer Anhörung vor dem US-Kongress in Washington. Allein für dieses Jahr erwarteten die Experten noch drei bis sechs Tropenstürme, die sich zu Hurrikanen auswachsen könnten.
Laut Mayfield haben sich die schweren Stürme zuletzt seit 1995 gehäuft. Dies gehe auf natürliche Zeitzyklen zurück, die durch den Atlantischen Ozean und die darüber gelegene Atmosphäre entstünden. Die "Sturmaktivitäten" würden nicht nennenswert durch die Klimaerwärmung verstärkt, betonte Mayfield. Zur Erläuterung führte er an, dass es zwischen den 40er und den 60er Jahren zahlreiche schwere Stürme gegeben habe. Von den 70ern bis Mitte der 90er Jahre sei die Zahl wieder zurückgegangen.
Vergangene Woche hatte eine Studie in der Fachzeitschrift "Science" die These aufgestellt, dass es einen Zusammenhang zwischen einer allmählichen Erwärmung der Weltmeere und der Intensität von Hurrikanen gibt. Ob dies mit einer vom Menschen verursachten Erderwärmung zu tun habe, sei aber "ungewiss".
(apa)
