Kommt in Deutschland die Große Koalition? SPD & Union über konkrete Gespräche einig
- Mittwoch treffen sich die Führungsspitzen der Parteien
- Dabei soll es bereits um inhaltliche Details gehen
·Große Koalition mit
"Kanzler-Sharing"?
Schröder: "Abwechselnde Kanzlerschaft möglich"
·Union: Keine weiteren
Gespräche mit Grünen
Stoiber: "Gegensätze dafür doch zu groß"
·Fischer rechnet mit einer Großen Koalition
"Sehe nicht, wie Jamaika funktionieren soll"
·Schützenhilfe für SPD
durch die Linkspartei?
Einzelne Abgeordnete würden Schröder wählen!
·Die Reaktionen zur Wahl in Deutschland!
Die Statements zum Ausgang der Abstimmung
·BILDER der Wahl: Gewinner & Verlierer!
Entsetzen bei der CDU, Freude bei SPD & Grünen
·Entscheidet Zahl der Überhangmandate?
Zusatzsitze sowohl für SPD wie für CDU erwartet
·Wahlkreis Dresden I Kanzlermacher?
Stimmen könnten Mehr-heitsverhältnisse ändern
·Das Endergebnis der deutschen Bundeswahl
GRAFIK: Union knapp vor
SPD, FDP auf Platz drei
In Deutschland wollen Union und SPD in der kommenden Woche in ihren Gesprächen über eine mögliche große Koalition mehr über inhaltliche Details reden als bisher angenommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vom Samstag werden schon an den Vorbereitungstreffen für das am Mittwoch geplante Sondierungsgespräch auf Seiten der Union CDU-Generalsekretär Volker Kauder und Bayerns Staatskanzlei-Chef Erwin Huber (CSU) sowie auf SPD-Seite neben Generalsekretär Klaus Uwe Benneter auch Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier teilnehmen.
Die Einbeziehung von Huber und Steinmeier wird als Signal dafür gewertet, dass beide Seiten schon jetzt intensiver über Details einer möglichen Regierungszusammenarbeit sprechen wollen.
Das Sondierungsgespräch am Mittwoch soll in größerer Runde verlaufen als die erste Begegnung am vergangenen Donnerstag. Für die Union sollen neben Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Edmund Stoiber auch die CDU-Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Thüringen, Jürgen Rüttgers und Dieter Althaus, sowie CSU-Landesgruppenchef Michael Glos am Tisch sitzen. Es ist geplant, über Reformen in den Steuer- und Sozialsystemen sowie über die Föderalismusreform zu sprechen, berichtete auch die "Bild am Sonntag".
Müntefering sieht Weichen für Lösung gestellt
Im Ringen um die künftige deutsche Bundesregierung sieht der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering die Weichen für "eine politisch verantwortbare Lösung" gestellt. Die Entscheidung über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD wird laut Müntefering aber erst nach der Nachwahl in Dresden am 2. Oktober fallen. Eine Festlegung über die Kanzlerschaft schon im Vorhinein lehnte der Parteichef in der "Bild am Sonntag" ab.
Die Gespräche mit der Union hätten ergeben, dass beide Seiten eine stabile Regierung mit belastbarer Mehrheit im Parlament für vier Jahre wollten und damit weder eine Minderheitsregierung noch eine Neuwahl, sagte Müntefering. Die Personalentscheidungen seien im Verlauf von Verhandlungen zu treffen. "Alles Gedrängele und Rumspekulieren hilft zurzeit der Sache nicht." Müntefering wies zugleich den Vorwurf zurück, die Regierungsfindung verlaufe zu schleppend. Nach nur einer Woche seien bereits wesentliche Abklärungen erfolgt.
(apa/red)
