Unions-Zwist nach Wahlschlappe: Stoiber gibt Merkel intern Schuld am Wahlergebnis!
- Kritik an Wahlkampfstrategie: "Die wollte das so"
- CSU: Kampagne hätte emotionaler sein müssen

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Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber hat einem Zeitungsbericht zufolge Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel die Schuld am schlechten Abschneiden der Unionsparteien bei der deutschen Bundestagswahl gegeben. In einer Sitzung der CSU-Landesgruppe im Bundestag sowie in anderen parteiinternen Runden habe Stoiber die CDU-Vorsitzende nach Angaben von Teilnehmern für die missglückte Wahlkampfstrategie der Union indirekt verantwortlich gemacht, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".
"Die wollte das so", habe Stoiber gesagt. Wäre es nach der CSU gegangen, wäre die Kampagne emotionaler ausgefallen. Die Präambel zum Wahlprogramm habe sich Merkel vorbehalten und sie "in ihrer kühlen und herzlosen Sprache" abgefasst, hieß es unter Berufung auf Ohrenzeugen. Teilnehmer der Landesgruppensitzung sagten allerdings am Mittwochabend, derartige Äußerungen seien dort nicht gefallen.
Mehrere Ministerpräsidenten der CDU wie der saarländische Regierungschef Peter Müller und sein nordrhein-westfälischer Kollege Jürgen Rüttgers hatten bereits kritisiert, der Union sei es im Wahlkampf nicht gelungen, den Bürgern die Angst vor den geplanten Reformen zu nehmen und klar zu machen, dass die Veränderungen nicht Sozialabbau bedeuteten. Massive Kritik an Merkels Wahlkampfstrategie hatten die Sozialpolitiker Karl-Josef Laumann (CDU) und Horst Seehofer (CSU) geäußert. Sie bemängelten, die Interessen der Arbeitnehmer seien vernachlässigt worden.
Stoiber-Sprecher dementiert Bericht
CSU-Chef Edmund Stoiber hat einen Zeitungsbericht dementiert, wonach er die Wahlkampfführung von Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) in parteiinternen Runden kritisiert habe. Die angebliche Kritik sei "frei erfunden", sagte ein Sprecher von Stoiber. "Es gab in keiner einzigen CSU-Gremiensitzung ein Wort der Kritik an Angela Merkel." (apa/red)
