Dresden I Kanzlermacher? Stimmen könnten Mehrheitsverhältnisse ändern
- Um bis zu 3 Sitze: Entspricht Vorsprung der Union
- Tod einer Direktkandidatin: Wahl erst am 2. Oktober
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Teils witzig, oft ernst, immer aussagekräftig
Auch wenn sich die Dresdner nach eigenem Bekunden nicht darum reißen, ihre Chancen auf eine Rolle als "Kanzlermacher" stehen gar nicht schlecht. Weil CDU/CSU nur knapp vor der SPD die stärkste Kraft im Bundestag ist, kommt nun den Stimmen aus dem Wahlkreis 160 womöglich besonderes Gewicht zu. Denn in Dresden I wird wegen des Todesfalls einer NPD-Direktkandidatin erst am 2. Oktober abgestimmt.
Je nachdem, wie die Wähler sich dort verhalten, könnten sich die Mehrheitsverhältnisse im Bund um bis zu drei Sitze verschieben. Dies entspricht genau dem Vorsprung, den die Union derzeit vor der SPD hat. Theoretisch könnte es je nach Ausgang der Wahl in Dresden also ein Patt im Bundestag geben.
Für WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn ist aber ausgeschlossen, dass die Nachwahl zu wesentlichen Änderungen führt. Es sei "de facto nicht mehr möglich, dass die SPD mit der Union gleichzieht."
In Dresden I sind rund 219.000 Bürger zur Bundestagswahl aufgerufen, das sind 6,1 Prozent der sächsischen Wahlberechtigten. Der Wahlkreis umfasst die Ortsteile Altstadt, Blasewitz, Leuben, Prohlis und Plauen; ein erheblicher Teil davon gilt als gutbürgerliche Wohngegend. Bei der Landtagswahl im vergangenen Herbst landete die SPD in diesen Stadtteilen nur im einstelligen Bereich, während die CDU in Blasewitz sogar die 44 Prozent überschritt. Die PDS wurde zweitstärkste Kraft.
Bei den vergangenen drei Bundestagswahlen holte die CDU in Dresden I stets das Direktmandat, allerdings mit zunehmend schrumpfendem Vorsprung gegenüber der die SPD. Den diesjährigen CDU-Kandidaten Andreas Lämmel sahen die Prognosen noch vor wenigen Tagen mit deutlichem Abstand vorn. Gewinnt er, dann könnte der CDU in Sachsen erneut ein Überhangmandat zufallen. Zehn Prozentpunkte hinter ihm lag die SPD-Kandidatin Marlies Volkmer. Bessere Chancen als Volkmer auf das Direktmandat hatte der Prognose zufolge Katja Kipping von der Linkspartei.
(apa/red)
