Sonntag, 25. September 2005

Schwere Explosion in Beirut: Journalistin wurde durch Autobombe schwer verletzt

  • Moderatorin unterstützt anti-syrische christliche Miliz

Eine prominente christliche Fernsehjournalistin ist am Sonntag bei einem Bombenanschlag in Beirut schwer verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte unter dem Autositz der Moderatorin May Chidiac, wie ihr Arbeitgeber, der libanesische Fernsehsender LBC (Lebanese Broadcasting Corporation), berichtete. Der Sender gilt als Syrien-kritisch.

Chidiacs Zustand sei kritisch, die Ärzte hätten ihr eine Hand und das linke Bein abnehmen müssen. Die Bombe explodierte den Angaben zufolge, als Chidiac von einem Parkplatz in Junieh im Norden der libanesischen Hauptstadt fuhr. Erst Anfang Juni war in Beirut ein ähnlicher Anschlag auf einen Journalisten verübt worden.

Die Bombe sei unter dem Fahrersitz platziert gewesen und habe das Auto förmlich zerfetzt, berichtete LBC. Nach der Detonation habe der Wagen Feuer gefangen. Der christliche Sender zeigte Bilder von dem zerstörten Auto, dessen Inneres blutverschmiert war.

Die Motorhaube war in einen etwa zehn Meter entfernten Olivenbaum geschleudert worden. Chidiac ist eine Anhängerin der anti-syrischen christlichen Miliz (FL). Sie moderierte die Nachrichten und eine politische Sendung auf LBC.

Seit der Ermordung des libanesischen Ex-Regierungschefs Rafik Hariri am 14. Februar hat eine Serie von Sprengstoffanschlägen das Land erschüttert, für die viele Libanesen das Nachbarland Syrien verantwortlich machen. Zuletzt wurden am 17. September bei einem Sprengstoffanschlag in einem christlichen Viertel von Beirut ein Mensch getötet und 28 weitere verletzt.

Unter internationalem Druck war Syrien Ende April nach Jahrzehnten seine Truppen aus dem Libanon abgezogen. Im Juni gewann das anti- syrische Oppositionsbündnis unter Hariris Sohn Saad Hariri die Parlamentswahl.(apa/red)

25.9.2005 19:03