Demos für Irak-Truppenabzug: In London und Washington protestierten Zehntausende
- Protestzug kam direkt am Weißen Haus vorbei
Zehntausende Menschen haben am Samstag in London und Washington einen Rückzug britischer und US-Truppen aus dem Irak verlangt. In der britischen Hauptstadt gingen rund 10.000 Menschen auf die Straße. Auch in San Francisco und Los Angeles waren Demonstrationen geplant.
In London übergaben Mütter getöteter britischer Soldaten am Amtssitz des Premierministers in der Downing Street Unterschriftenlisten mit der Forderung nach einem Abzug britischer Truppen aus dem Irak. Sie warfen Tony Blair vor, das Land unter Vortäuschung falscher Tatsachen in den Krieg gezogen zu haben.
Prominente Sprecherin bei der Kundgebung in Washington war die US- Soldatenmutter Cindy Sheehan, die mit ihrem Anti-Kriegsprotest vor der Ranch von Präsident Bush im August in Texas weltweit Schlagzeilen machte und die Anti-Kriegsbewegung neu belebte. "Schämen Sie sich!", rief sie und meinte die Kongressabgeordneten, die den Krieg genehmigt hatten. "Wie viele Kinder anderer Leute wollt ihr noch opfern?" Sheehans 24-jähriger Sohn war im vergangenen Jahr im Irak gefallen.
Die Demonstranten, die aus dem ganzen Land nach Washington gekommen waren, zogen mit Plakaten und aus Plastikeimern gebastelten Trommeln direkt am Weißen Haus vorbei. Eine Gruppe junger Leute hatte hunderte Fotos von im Irak gefallenen Soldaten an ein meterlanges Band geklebt. Bis Samstag waren im Irak mehr als 1.900 US-Soldaten getötet worden.
Beim Marinedenkmal in Washington formierten sich einige hundert Menschen zu einer Gegendemonstration unter dem Motto "Unterstützt unsere Truppen". Sie lobten Präsident Bush für den Anti-Terroreinsatz und sprachen ihm volles Vertrauen aus.
(apa)
