Ernüchternde Papst-Wahl für Schönborn: Kardinal erhielt nur 1 Stimme beim Konklave
- Für Politikmagazin ist "Vorzugsstimme" verwunderlich
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Die letzten Worte des verstorbenen Papstes
Beim Konklave im vergangenen April, das Joseph Ratzinger zum neuen Papst wählte, hat der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, eine einzige Stimme erhalten. Beim alles entscheidenden vierten Wahlgang am 19. April, bei dem Ratzinger mit 84 Stimmen zum neuen Papst gewählt wurde, sei lediglich eine Stimme auf den Wiener Erzbischof entfallen, so die italienische Politikzeitschrift "Limes".
Diese veröffentlichte am Freitag die Enthüllungen eines anonymen Kardinals in Form eines "Tagebuchs" unter dem Titel "So wählten wir Papst Ratzinger". Bei den ersten drei Wahlgängen am 18. und 19. April
bei denen Ratzingers Kandidatur stets vorn im Rennen war, entfiel demnach keine einzige Stimme auf den 60-jährigen Wiener Kardinal, der vor dem Konklave zu den "Papabili", den aussichtsreichsten Anwärter auf die Nachfolge von Karol Wojityla, gezählt worden war.
Nur beim vierten Wahlgang um 16.30 Uhr am 19. April wurde ein Zettel mit Schönborns Name in die Urne geworfen. "Verwunderlich ist diese einzige Vorzugsstimme für den jungen Wiener Kardinal, Christoph Schönborn, eine Persönlichkeit, die an Ratzinger durch eine lange Freundschaft und intellektuelle Affinität gebunden ist", kommentierte "Limes".
"Limes" hält den Namen des Tagebuchautors geheim und sagt auch nicht, wie es an die Aufzeichnungen gekommen ist. Im Vorspann ist von einer "jahrelangen Vertrauensbeziehung" die Rede. Der betreffende Kardinal sei sich zwar einer "teilweisen Verletzung" der Geheimnispflicht bewusst, schreibt "Limes", halte dies aber "post factum" für nicht so gravierend. (apa)
