Samstag, 24. September 2005

Heftigster Taifun seit 1973: Zwei Dörfer auf Chinas Insel Hainan komplett überflutet

  • Tausende von Menschen wurden zuvor evakuiert

Der stärkste Taifun seit mehr als drei Jahrzehnten hat in Südchina große Schäden angerichtet und mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen. Auf der Insel Hainan und in der boomenden Wirtschaftsregion Guangdong kam das Leben praktisch zum Stillstand, als Taifun "Damrey" mit Windgeschwindigkeiten bis Stärke Zwölf über die Region hinweg fegte und Kurs auf Vietnam nahm. Viele Häuser wurden zerstört, Bäume entwurzelt, Straßen überschwemmt und Deiche beschädigt, wie amtliche Medien berichteten.

Mehr als 200.000 Menschen waren in Südchina vor dem Wirbelsturm in Sicherheit gebracht worden. In Vietnam wurde noch versucht, 100.000 Menschen aus der Gefahrenzone zu bringen. Viele Touristen steckten in den Hotels der südchinesischen Insel Hainan fest. Die acht Millionen Einwohner zählende größte Insel der Volksrepublik ist wegen ihres tropischen Klimas ein beliebtes Reiseziel und wird "das Bali Chinas" genannt. Vielerorts war der Strom ausgefallen. Der Flughafen von Haikou musste 67 Flüge streichen. 5.000 Passagiere saßen fest.

Es sei der schlimmste Taifun in Hainan seit 1974, berichtete Cai Qinbo, Vizedirektor des meteorologischen Amtes. Mehr als 40.000 Fischerboote waren in die Häfen zurückgerufen worden. Schulen blieben geschlossen. Bei der Überschwemmung von zwei Dörfern in Lingao halfen Soldaten bei den Rettungsarbeiten. Auch die benachbarte, arme Autonome Region Guangxi war von schweren Niederschlägen und Überschwemmungen betroffen.

In der Nachbarprovinz Guangdong nahe Hongkong wurden Deiche an der Küste und Wasserreservoirs beschädigt, wie die Tageszeitung "China Daily" berichtete. Der Sturm riss Plakatwände um und brachte den Verkehr zum Erliegen. Ein Fischer galt als vermisst, als drei Fischerboote nahe der Insel Nan'o kenterten. Derart starke Wirbelstürme heißen in Asien Taifun, während sie in Amerika Hurrikan genannt werden. Bei zwei vorhergegangenen schlimmen Taifunen waren in diesem Monat in China schon mehr als 140 Menschen ums Leben gekommen.

Vietnam bringt 100.000 Menschen vor Taifun in Sicherheit
Angesichts eines nahenden Taifuns haben die vietnamesischen Behörden angeordnet, in elf Küstenprovinzen insgesamt rund 100.000 Menschen in Sicherheit zu bringen. Mit der Ankunft des Tropensturms "Damrey", der Windgeschwindigkeiten von mehr als 130 Stundenkilometern in der Spitze mit sich bringt, wurde noch am Montag gerechnet.

Ministerpräsident Phan Van Khai rief alle Beamten in den betroffenen Provinzen auf, sich auf das Eintreffen des Taifuns vorzubereiten, wie vietnamesische Medien weiter meldeten. Schiffskapitänen wurde geraten, in den Häfen zu bleiben.
(apa)

24.9.2005 11:15