Bush rechnet mit noch mehr Gewalt im Irak:
"Rückzug wäre Sieg für die Terroristen"
- Sistani ruft zur Annahme des Verfassungsentwurfs auf
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Gericht: US-Soldatin in
6 von 7 Punkten schuldig
US-Präsident George W. Bush rechnet im Irak demnächst mit noch mehr Gewalt. Die Terroristen versuchten, das geplante Referendum über die Verfassung zu stoppen, sagte er am Donnerstag in Washington. Bush lehnte einen Rückzug der US-Truppen erneut ab. "Unser Rückzug aus dem Irak würde den Terroristen gestatten, einen historischen Sieg über die Vereinigten Staaten zu erklären", sagte er.
Anderseits hat drei Wochen vor dem Verfassungsreferendum einer der einflussreichsten schiitischen Geistlichen seine Unterstützung für das Vertragswerk erklärt. Großayatollah Ali al Sistani rief alle Gläubigen auf, am 15. Oktober für den Verfassungsentwurf zu stimmen, wie ein Berater am Freitag in der Heiligen Stadt Najaf mitteilte.
Bei dem bevorstehenden Verfassungsreferendum ist die Zustimmung in mindestens 15 der 18 Provinzen erforderlich. Falls zwei Drittel der Wähler in mindestens drei Provinzen den Entwurf ablehnen, muss eine neue Regierung gebildet werden und die Arbeit an der Verfassung von vorn beginnen. Die meisten Politiker und Geistlichen der Sunniten haben zur Ablehnung des Entwurfs aufgerufen, weil sie ihre Interessen nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt sehen.
Widerstände gibt es aber auch im Lager der Schiiten - der radikale Geistliche Moktada al Sadr und Ayatollah Mohammed al Jakubi haben zur Ablehnung des Entwurfs aufgerufen. Deren Widerstand fand zuletzt auch seinen Ausdruck in gewaltsamen Protesten in Basra im Anschluss an die umstrittene Befreiungsaktion der britischen Streitkräfte.
Die von den Briten kontrollierte südirakische Hafenstadt kommt unterdessen nicht zur Ruhe. Das britische Militär im Südirak befürchtet nach Medienberichten neue Konfrontationen mit der Polizei. Die Soldaten sollen trotz der angespannten Lage mehr Präsenz auf den Straßen zeigen, wie die Zeitung "The Independent" am Donnerstag unter Berufung auf Angaben des Außenministeriums in London berichtete. Nach der gewaltsamen Befreiung zweier britischer Armeeangehöriger am Montag haben in den vergangenen Tagen Hunderte Polizisten gegen das britische Militär demonstriert.
Augenzeugen in der Ortschaft Duluija nördlich von Bagdad sagten am Freitag, US-Truppen hätten den Gemeinderatsvorsitzenden des Ortes, Yubar Attiya Saud und zwei Polizeioffiziere auf offener Straße hingerichtet. Die US-Armee berichtete dagegen, ihre Soldaten seien in der Nacht zum Freitag auf einen Hinweis aus der Bevölkerung hin zu einer Razzia südlich von Duluiya aufgebrochen. Die Soldaten seien unter Beschuss geraten und hätten zwei Angreifer getötet sowie einen Terrorverdächtigen gefangen genommen.
Die US-Armee teilte am Freitag außerdem mit, einer ihrer Soldaten sei am Donnerstagabend bei einem Sprengstoffanschlag in der Nähe von Balad gestorben. In Ramadi erschoss ein Rebell einen US-Soldaten. Wie die Armee weiter mitteilte, erschoss ein US-Soldat in Falluja einen Iraker, den die Soldaten wegen "des Verdachts terroristischer Aktivitäten" gefangen genommen hatten. Nach Darstellung des Militärs hatte er den Soldaten bei einem Verhör angegriffen.
Das Komitee für den Schutz von Journalisten (CPJ) in New York verurteilte unterdessen die Ermordung einer irakischen Fernsehtechnikerin in Mossul. Ahlam Yussif, die für den regierungsnahen Sender Al-Irakija arbeitete, und ihr Ehemann seien am Mittwoch erschossen worden. Ihr Sohn wurde schwer verletzt. (apa)
