Fischer zu Gast in Brasilien: Abschluss des Besuchs mit Wirtschaftsforum Sao Paulo
- Politische Gespräche mit Kollege Lula abgeschlossen
·Fischer in Brasilien bei Amtskollegen Lula
Schwere innenpolitische Krise überschattet Visite
·BILDER: Fischer und Platter beim Capoeira
Verteidigungsminister übte sich im Kampfsport
Mit einem wirtschaftlichen Programm in Sao Paulo schließt Bundespräsident Heinz Fischer heute seinen dreitägigen offiziellen Brasilien-Besuch ab. Im Zentrum des Besuchs der Wirtschaftsmetropole steht ein Forum, das die prestigereiche regionale Industriellenvereinigung FIESP für österreichische und brasilianische Geschäftsleute veranstaltet. Von österreichischer Seite nehmen rund 20 Geschäftsleute daran teil, die u.a. aus den Sektoren Anlagenbau, Telekommunikation, Umwelt- und Verkehrstechnik kommen. Brasilien ist Österreichs wichtigster Handelspartner in Lateinamerika.
Am Vortag hatte der Bundespräsident in Brasilia mit seinem Gastgeber politische Gespräche geführt. Im Zentrum standen Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, die Vorbereitung des EU-Lateinamerika-Gipfels, der unter Österreichs EU-Vorsitz stattfindet, und auch die Perspektiven einer Zusammenarbeit zwischen den Wirtschaftsräumen EU und Mercosur (Mercosul).
Am Abend tritt Fischer die Rückreise an, Mittwochnachmittag soll die Delegation in Österreich eintreffen. ´
Gespräche von Platter mit Amtskollegen
Verteidigungsminister Günther Platter (V) hat im Rahmen des Staatsbesuchs von Bundespräsident Heinz Fischer in Brasilia Gespräche über regionale Sicherheit, UNO-Friedenseinsätze und militärische Katastrophenhilfe geführt. General Jorge Armando Felix erläuterte ihm überdies Brasiliens sozial ausgerichtete Strategie zur Kriminalitätsbekämpfung, sagte Platter Montag Abend gegenüber der APA.
Brasilien, das sich früher mehr an den USA und Europa orientierte, arbeite heute sicherheitspolitisch stärker mit seinen Nachbarn zusammen, betonte Felix, der im Kabinett von Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva für innere Sicherheit verantwortlich ist. "Die Nachbarn gehen heute offen miteinander um", zitierte Platter aus dem Gespräch mit dem General.
Platter informierte seinerseits über die Sicherheits- und Verteidigungspolitik Österreichs in der EU. In diesem Zusammenhang hob der Minister hervor, dass die Ressourcen der Armeen heute für zivile Bereiche besser genützt werden, speziell zur Hilfeleistung in Katastrophengebieten in aller Welt. Auch die UNO-Einsätze bei Friedensmissionen kamen zur Sprache. Platter verwies auf Österreichs langjährige Erfahrungen seit Zypern, Felix bekannte sich zum Engagement in Haiti, wo Brasilien 1.200 Soldaten stationiert hat.
Offen äußerte sich General Felix laut Platter über Brasiliens Gesamtstrategie zur Kriminalitätsbekämpfung, die einen sozialen Ansatz verfolge. Besonders in großen Städten seien die Prioritäten dahin gehend ausgerichtet, den Armen zu helfen und das Bildungsniveau zu heben. So sei das unter Lulas Präsidentschaft durchgeführte Sozialprogramm zu Gunsten von 7,5 Millionen Familien, die unter der Armutsschwelle leben, für die innere Sicherheit des Landes sehr bedeutsam.
Nach den Worten Platters hat Brasilien Interesse an österreichischen Panzern. Der Verteidigungsminister stattete seinen Dank für den 1998 getätigten Kauf von Kürassier-Panzern ab. In der brasilianischen Armee gebe es Überlegungen für einen Folgeauftrag und eventuell einen Kauf von Pandur-Radpanzern. Platter übergab seinem Gesprächspartner ein entsprechendes Memorandum der Steyr-Werke, das Felix an den Vizepräsidenten und Verteidigungsminister Jose Alencar Gomez da Silva weiterleiten werde.
(apa/red)
