Explosion in britischer Botschaft in Zagreb: Eine Person erlitt leichte Verletzungen
- Gerüchte über Briefbombe - Hintergründe unklar
- Sicherheitsvorkehrungen erhöht, Polizei ermittelt
In der britischen Botschaft in Zagreb ist es am Montag zu einer Explosion gekommen. Dabei erlitt ein kroatischer Mitarbeiter in der Poststelle leichte Verletzungen, teilte das Außenministerium in London mit. Kroatiens Präsident Stijepan Mesic verurteilte in einer Stellungnahme den Anschlag aufs "schärfste". Der kroatische Ministerpräsident Ivo Sanader sieht einen möglichen Zusammenhang mit den EU-Beitrittswünschen seines Landes.
Die Explosion ereignete sich einer Botschaftssprecherin zufolge gegen 7.30 Uhr früh im Postraum des Hauses. Über die Hintergründe ist noch nichts bekannt. Berichte, es habe sich um eine Briefbombe gehandelt, wurden bis jetzt nicht bestätigt. Der Fernsehsender HTV meldete, ein Gerät sei explodiert, das mit den Morgenzeitungen geliefert worden sei. Der britische Botschafter John Ramsden sagte, die Botschaft habe keine Drohungen erhalten. Ein Bekennerschreiben gab es nicht.
Die diplomatische Vertretung, aus der die meisten Diplomaten und Angestellten evakuiert wurden, blieb nach Angaben von Augenzeugen äußerlich ohne sichtbare Schäden. Polizisten riegelten das Gebäude ab und setzten Spürhunde ein. Ein Teil der Straße vor der Botschaft wurde gesperrt.
"Obwohl es im Moment schwierig ist, über Motive zu sprechen, kann ich nicht anders als zu denken, dass dies ein Akt ist, der sich gegen Kroatiens Bemühungen richtet, der EU beizutreten", sagte Ministerpräsident Sanader. Es gebe Menschen, die Zagrebs EU-Integration verlangsamen wollten.
Im vergangenen März hatten mehrere westliche Botschaften, darunter auch die britische, in Zagreb Drohbriefe erhalten. Darin verurteilten Rechtsextreme die Erklärung der Europäischen Union, die Festnahme des vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagten Ex-Generals Ante Gotovina sei Bedingung für die Annäherung Kroatiens an die EU. Gotovina, seit Jahren auf der Flucht, wird von extremen Nationalisten in Kroatien als Held gefeiert. (apa/red)
