Freitag, 23. September 2005

Tauziehen um Uni-Zugang: SPÖ fordert AHS-Wahlfächer für künftige Studenten

  • Soll Vorteile bei Zulassung zum Studium bringen
  • Limits für Medizin"vorübergehend unumgänglich"

Mit freiwilligen Wahlfächern in den höheren Schulen will die SPÖ österreichischen Schülern bei der Zulassung zum Studium Vorteile verschaffen. Wer diese vor der Matura freiwillig absolviere, solle größere Chancen haben, zu einem entsprechenden Studium zugelassen zu werden. Gelten soll diese Regelung für die Studienrichtung Medizin und die veterinärmedizinischen Studienrichtungen. "Bezahlt wird das vom Bildungsministerium," so SP-Bildungssprecher Josef Broukal. Außerdem fordert die SPÖ bundeseinheitliche Zulassungskriterien und die Abschaffung aller Beschränkungen dort, wo sie nicht "vorläufig unumgänglich" seien.

Die freiwilligen Wahlfächer sollen österreichweit in allen allgemein bildenden höheren Schulen (AHS) angeboten werden und den Schülern zusätzliche Kenntnisse in Physik, Biologie oder Chemie bringen. So könnten österreichische Schüler, die schon vor der Matura wissen, was sie später studieren wollen, gezielt bevorzugt werden. Wer kein solches Wahlfach vor der Matura besucht habe, sei dadurch zwar benachteiligt, solle aber durch ein "objektives Aufnahmeverfahren" ebenso die Chance haben zu studieren, so Broukal. "Kein objektives Kriterium sind die Maturanoten, sie dürfen keine Rolle spielen."

In absehbarer Zeit, so befürchtet Broukal, würden auf fast allen Universitäten Österreichs Zugangsbeschränkungen eingeführt. "Nur dort nicht, wo es wegen Bewerbermangels gar keinen Sinn hätte." Aus aktuellen Anmeldedaten gehe aber hervor, dass sich der Andrang auf die Studienrichtungen Betriebswirtschaft, Psychologie, Pharmazie, Publizistik und Biologie in Grenzen hält: "Bisher wurden 512 Studierende abgewiesen." In diesen Fächern seien Zugangsbeschränkungen nicht zu rechtfertigen und müssten aufgehoben werden, sagte Broukal.

"Pontius-Pilatus-Haltung" von Gehrer
Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) solle mit ihrer "Pontius-Pilatus-Haltung" aufhören "und nicht mehr so tun, als ginge sie das alles nichts an". Broukal bekräftigte sein Vorhaben, im Falle einer Regierungsbeteiligung der SPÖ "alle Zugangsbeschränkungen wieder aufzuheben und die Studiengebühren abzuschaffen".

BZÖ-Sprecher Uwe Scheuch zeigte sich indes in einer Aussendung am Freitag überzeugt, dass Broukal sich bereits den Ideen des BZÖ angeschlossen habe und forderte die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) auf, das auch zu tun. Die ÖH habe "keine Ideen zu den Problemen der Studenten", so Scheuch. (apa/red)

23.9.2005 14:35