Enttäuschung und Trauer im Tiergarten Schönbrunn: Orang Utan-Baby tot geboren
- Weibchen Nonja aber trotz hohem Alter wohl auf
- Tierarzt: Lungen des Jungen waren nicht beatmet
Dem Tiergarten Schönbrunn ist heuer kein Glück mit seinem Nachwuchs vergönnt. Nach dem Tod des Flusspferdbabys vergangene Woche brachte Orang Utan-Weibchen Nonja in der Nacht auf Freitag ihr erstes Junges tot zur Welt. Trotz des hohen Alters - Nonja ist bereits 29 Jahre alt - sei die fast neunmonatige Tragzeit völlig unkompliziert verlaufen, erklärte die Pressesprecherin des Tiergarten Schönbrunn, Barbara Sommersacher, im APA-Gespräch.
Die erste Untersuchung des Orang Utan-Babys durch den Veterinär Thomas Voracek ergab, dass die Lungen des weiblichen Jungtieres nicht beatmet waren. Es sei daher unklar, ob es vor oder bei der Geburt verstorben ist. Nähere Untersuchungsergebnisse aus der Pathologie werde es frühestens Ende nächster Woche geben, so Voracek.
Nonja gehe es laut Sommersacher gut, sie erhole sich derzeit im Affenhaus, das für Besucher geschlossen bleibt. Trotz der Trauer und der Enttäuschung über den Tod des Babys sei die Erleichterung groß, dass das Weibchen seine "späte" Trächtigkeit gut und ohne Komplikationen überstanden hat. Ihm gilt jetzt die volle Aufmerksamkeit der Pfleger.
Die Orang Utan-Dame Nonja wurde im April 1976 im Tiergarten Schönbrunn geboren. Das 31-jährige Männchen Vladimir - er wäre der Vater des Babys gewesen - stammt aus dem Moskauer Zoo und wurde 1980 nach Wien übersiedelt. Orang Utans sind - nach dem Gorilla - die weltweit zweitgrößte Primatenart und kommen nur auf den Inseln Borneo und Sumatra vor.(apa/red)
