Österreicher sind EU-Skeptiker: Nur 18 % glauben in 100 Jahren an vereintes Europa
- Fast die Hälfte aber für starke Ratspräsidentschaft
- Gemeinsame Sprache für Mehrheit nicht vorstellbar
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Die Österreicher sind zwar EU-Skeptiker, wollen aber eine kraftvolle Ratspräsidentschaft des Landes in der Europäischen Union. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor, deren Ergebnisse am Freitag veröffentlicht wurden.
IMAS führte im August und September persönliche Interviews mit 1.050 repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählten Personen durch. Nur 18 Prozent gaben dabei an, dass sie in 100 Jahren an ein total vereintes Europa mit einheitlicher Regierung glauben. 54 Prozent gehen davon aus, dass es dazu nicht kommen wird. Die pessimistische Einschätzung zieht sich quer durch die Bevölkerung.
Relativ groß ist der Glaube an ein zusammenwachsendes Europa bei Maturanten und Akademikern sowie ÖVP-Wählern und Wienern. In kleinen Gemeinden rechnen nur zehn Prozent der Bewohner mit der politischen Integration, in der Bundeshauptstadt mehr als jeder Dritte.
IMAS erkundigte sich zudem bei jenen Personen, die an ein Zusammenwachsen glauben, ob es dann auch eine einheitliche Amtssprache geben werde. 41 Prozent gehen davon aus. 53 Prozent können sich eine gemeinsame Sprache nicht vorstellen.
Trotz der starken Europaskepsis sind 45 Prozent der Ansicht, dass Österreich in der Zeit der EU-Ratspräsidentschaft alle nur denkbaren Anstrengungen unternehmen solle, um die Einigung voranzutreiben. Nur 28 Prozent halten große Kraftakte für diesen Zweck nicht zwingend notwendig.(apa/red)
