Freitag, 23. September 2005

Mehr Geld für Freiwilliges Soziales Jahr: Haubner will Bezahlung um 150 € aufstocken

  • Finanzminister Grasser gibt keine zusätzlichen Mittel
  • Sozialministerium will mehr Frauen gewinnen

Pläne zur Attraktivierung des "Freiwilligen Sozialen Jahres" (FSJ) werden derzeit im Sozialministerium geschmiedet. Dieses können junge Männer und Frauen ab 18 Jahren bei Sozialeinrichtungen für zehn bzw. elf Monate absolvieren. Nach einem Vorschlag des Sozialministeriums soll nun die Bezahlung der Jugendlichen um 150 Euro aufgestockt werden.

Die Finanzierung ist allerdings noch offen, da das Finanzministerium die zusätzlichen Mittel nicht bereitstellen möchte. Das FSJ ist nicht mit dem Zivildienst zu verwechseln und kann auch nicht stattdessen absolviert werden. Derzeit melden sich jährlich etwa 750 Jugendliche, um sich freiwillig bei der Behinderten- und Kinderbetreuung oder der Altenpflege zu engagieren. Das Entgelt besteht aus Kost, Logis und einem Taschengeld von 168 Euro netto. Dazu kommt ein anteiliges Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ein Fahrtkostenzuschuss von 7,30 Euro pro Monat.

Sozialministerin Haubner hat nun eine Sonderrichtlinie unter dem Titel "Behindertenhilfe und Hilfe für pflegebedürftige Menschen" erarbeiten lassen, mit der die jungen Menschen während des FSJ weiterhin die Kinderbeihilfe in der Höhe von 150 Euro monatlich bekommen würden. Im Sozialministerium glaubt man, dass sich die Zahl der Teilnehmer am FSJ durch diese Maßnahme verdoppeln könnte. Dafür wären aber rund 1,2 Mio. Euro pro Jahr zusätzlich nötig.

Hintergrund der Initiative ist auch, dass man mehr junge Frauen für das soziale Engagement gewinnen möchte. Diese stellen zwar bereits 90 Prozent der Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr, dürfen aber keinen Zivildienst ableisten, der für den Sozialbereich noch wesentlich wichtiger ist. Pro Jahr absolvieren rund 10.000 junge Männer den Zivildienst.

Bei der im Juli dieses Jahres beschlossenen Zivildienst-Reform wurde auf Druck der SPÖ der ÖVP-Plan nach Öffnung des Zivildienstes für Frauen wieder fallen gelassen. Er wird ab 2006 aber von zwölf auf neun Monate verkürzt, wobei eine freiwillige Verlängerungsmöglichkeit um drei Monate besteht.(apa/red)

23.9.2005 09:25