Gorbach will Bau des Brenner-Tunnels beschleunigen: Fertigstellung schon 2012
- Europäische Union schießt statt 50 nur 25 - 30 % zu
- Neuer Eisenbahntunnel hat in der EU oberste Priorität
Vizekanzler und Verkehrsminister Gorbach will den Bau des Brennerbasistunnels beschleunigen. Er hoffe auf eine Fertigstellung des neuen Eisenbahntunnels schon bis 2012, erklärte Gorbach am Rande eines Treffens mit EU-Verkehrskommissar Barrot in Ungarn. Bisher war von einer Fertigstellung des Tunnels frühestens 2015 die Rede gewesen.
Für die EU hat der Tunnel verkehrspolitisch jedenfalls höchste Priorität, bekräftigte Verkehrskommissar Barrot bei dem Treffen einmal mehr. Zurückhaltender gab er sich allerdings, was die finanzielle Unterstützung durch die Union betrifft. Hatte er Anfang Februar noch vorgeschlagen, dass die EU bis zu 50 Prozent für das offiziell rund 6 bis 7 Mrd. Euro teure Projekt beisteuern könnte, meinte er jetzt nur noch: "Ich hoffe, dass es über 20 Prozent sein werden" - genauer "zwischen 25 und 30 Prozent".
Abhängig sei dies aber vom nächsten EU-Budget für 2007 bis 2013, über das die EU-Staats- und Regierungschefs nach wie vor verhandeln. Barrot fordert weiterhin, dass für den Ausbau der Transeuropäischen Netze 20 Mrd. Euro aufgewendet werden sollten. Im bisher letzten Vorschlagen waren im EU-Haushalt für die Förderung prioritärer Verkehrsprojekte statt den 20 Mrd. Euro aber nur noch 12 Mrd. vorgesehen.
Vizekanzler Gorbach ist nach wie vor zuversichtlich, dass die EU "30 Prozent und mehr" zum Tunnelprojekt dazu zahlen wird. Für die restlichen Milliarden, die der Bau des 56 Kilometer langen Brenner- Tunnels verschlingen wird, hofft Gorbach auf die Beteiligung eines privaten Investors. Außerdem verhandelt Österreich auch noch mit der Europäischen Investitionsbank über einen günstigen Kredit. Wie hoch dieser Kredit sein könnte, ist aber nach wie vor offen. (apa)
