Donnerstag, 22. September 2005

"Licht am Tag" kommt: Abblendlicht oder Tagfahrlicht sind ab 15. November Pflicht

  • Minister Gorbach: "Gestraft wird vorerst aber nicht"

Licht am Tag hat den Verkehrsausschuss passiert: Ab 15. November müssen die Autofahrer entweder das Abblendlicht oder - so vorhanden - Tagfahrlicht aufgedreht lassen, sagte ÖVP-Verkehrssprecher Werner Miedl. Gestraft wird vorerst nicht: Laut Verkehrsminister Hubert Gorbach (B) wird eine "vernünftige" Übergangsfrist abgewartet. Kritik übte der ARBÖ, der eine "halbherzige Lösung" sieht.

Künftig muss nach dem Gesetzesentwurf das Licht zu jeder Tages- und Jahreszeit aufgedreht bleiben. Damit sollen die Fahrzeuge besser sichtbar werden.

Gestraft werden soll frühestens ab 1. März 2006, sagte Gorbach-Sprecher Martin Standl. Ein genaues Datum sei allerdings noch nicht festgelegt worden. Dieses wird vom Verkehrsminister per Erlass vorgegeben werden.

Auch Gorbach zeigte sich als Befürworter des Tagfahrlichtes: Der "Report on Daytime Running Lights" der EU-Kommission zum Lichtfahren am Tag zeige eindeutig, dass dieses eine Reduktion von Autounfällen von fünf bis 15 Prozent ermögliche.

Die Einführung von Licht am Tag habe einen marginalen Anstieg des Benzinverbrauchs und einen erhöhten Verschleiß an Glühlampen zur Folge, räumte der Verkehrsminister ein. Er ging davon aus, dass pro Kfz Mehrkosten von insgesamt rund sechs Euro pro Jahr entstünden.

Der Beschluss im Verkehrsausschuss ist am Donnerstag von allen Fraktionen einstimmig gefällt worden. Dabei wurde auch eine Evaluierungsphase von zwei Jahren festgesetzt, sagte Miedl.

Kritik übte der ARBÖ: Statt eine europaweite Lösung mit Tagfahrlicht ("Daytime Running Lights") anzustreben, würden in Österreich die Autofahrer nun dazu verpflichtet, tagsüber mit grellem Abblendlicht zu fahren, wenn kein Tagfahrlicht vorhanden ist, sagte Generalsekretär Rudolf Hellar.

Positive Reaktionen kamen dafür von ÖAMTC und Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV): "Seit 1987 treten wir für die Benutzungspflicht für Licht am Tag ein, nun wird unsere Forderung endlich Realität", sagte sich KfV-Direktor Othmar Thann. Pro Jahr können laut KfV rund 30 Menschenleben gerettet werden.

ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer betonte, man sehe das Ergebnis des Verkehrsausschusses "nicht ablehnend", sondern halte das "für einen guten Schritt". Die Vorteile würden bei dem vorgeschlagenen Modus überwiegen. (apa)

22.9.2005 17:18