Dienstag, 20. September 2005

Unfälle kosten im Jahr 3,4 Milliarden Euro: Ältere öfter mit tödlichen Verletzungen!

  • Großteil entfällt auf Bereich Haushalt und Freizeit
  • Institut "Sicher Leben" fordert nationalen Aktionsplan

Unfälle sind nicht nur gefährlich, sondern auch teuer: Verletzungen in Heim, Freizeit, Beruf oder Verkehr ziehen in Österreich pro Jahr 3,4 Milliarden Euro Folgekosten nach sich, berichtete das Institut "Sicher Leben" am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. 2004 gab es insgesamt rund 833.000 Unfälle, 2.466 verliefen tödlich. Das Institut forderte vom Gesundheitsministerium einen nationalen Aktionsplan.

Der Löwenanteil der Unfälle entfiel auf den Bereich Heim und Freizeit, sagte der Leiter des Instituts "Sicher Leben", Rupert Kisser. 47 Prozent ereigneten sich zu Hause oder bei diversen Hobbys. Der Sport folgt an zweiter Stelle und ist die Ursache von einem Viertel der Unfälle.

Tödliche Verletzungen passieren immer öfter älteren Menschen: Im Vorjahr kamen 1.417 über 60-Jährige durch Unfälle ums Leben, das sind um neun Prozent mehr als 1995. Dass die Tendenz auch anders sein kann, zeigt für das Institut "Sicher Leben" die Statistik bei den Kindern: Im selben Zeitraum sei es in dieser Bevölkerungsgruppe durch Kampagnen gelungen, die Zahl der tödlich verletzten von 112 auf 40 zu senken.

Die 3,4 Milliarden Euro Unfallfolgekosten setzen sich aus medizinischer Behandlung, medizinischer Rehabilitation, Lohnfortzahlen, Versicherungsleistungen, Arbeits-Unfallrenten, Unfall-Invaliditäts-Pensionen sowie Verwaltungskosten zusammen. Den größten Brocken mit rund 1,4 Milliarden Euro macht die medizinische Behandlung aus (42 Prozent). Ausschlaggebend seien weniger die spektakulären, schweren Unfälle, sondern die "normalen" und oft leicht vermeidbaren Verletzungen wie etwa ein gebrochener Arm, ein eingeklemmter Finger oder gezerrte Bänder.

In der EU-Statistik an neunter Stelle
Laut Kisser könnten durch einen nationalen Aktionsplan rund zehn Prozent der Folgekosten eingespart werden. Gespräche mit Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) dazu habe es bereits gegeben. Davon erhoffe man sich, in den kommenden fünf Jahren rund ein Viertel der Unfallfolgekosten einsparen zu können.

Mit insgesamt 2.466 Todesfällen durch Unfälle liegt Österreich in der EU-Statistik an neunter Stelle. Die wenigsten Toten verzeichneten 2004 die Niederlande. Dort gab es pro 100.000 Einwohner 18,6 Tote. Hier zu Lande waren es 28,2.

(apa)

20.9.2005 12:30