Montag, 19. September 2005

Verbreitete Schwarzarbeit: Bis zu 20.000 illegale Pfleger im Gesundheitsbereich tätig

  • Caritas-Küberl: Regierung setzt auf günstigsten Weg
  • 'Taschengeld' als Bezahlung statt offizieller Anstellung

Laut einem Bericht des "Kurier" sind bis zu 20.000 illegale Pfleger im Gesundheitsbereich tätig. Caritas-Präsident Küberl meinte dazu, die Politik habe an diesem Zustand großes Interesse, weil er die günstigste Variante darstelle. Jörg Pruckner von der Ärztekammer bezeichnete die Illegalität als "Katastrophe". Die Regierung hatte zuletzt beschlossen, Pflegeberufe noch stärker zu fördern.

Eine legale Pflegestunde kostet in Österreich rund 45 Euro. Dies ist so viel wie ein ganzer Pflegetag durch eine Fachkraft aus Tschechien oder der Slowakei. Vermittelt werden diese Pflegehelfer durch eine tschechische Stiftung. Auf Grund der Übergangsfrist für Arbeitnehmer aus den neuen EU-Staaten dürfen diese nicht offiziell angestellt sein, sie bekommen laut "Kurier" ein Taschengeld von 40 bis 60 Euro.

Die österreichische Seniorenhilfe bietet legale Betreuung mit Diplomschwestern rund um die Uhr an. Die Kosten für eine 24-Stunden- Betreuung wird mit 150 Euro beziffert. Viele Bedürftige können sich das nicht leisten.

Küberl will nun das System aus dem "Graubereich" holen und eine Qualitätssicherung einführen. Der Arzt Pruckner gab zu bedenken, dass bei den Illegalen möglichweise "irgendwann etwas passiert. Eine Schwester infiziert sich mit Hepatitis oder verletzt sich bei der Arbeit. Und dann?" - Er will Pflegestandards schaffen und - wenn es nicht anders möglich ist - die illegalen Helfer legalisieren und eine entsprechende Lösung finden. (apa/red)

19.9.2005 19:14