"Sprit sparen - mit Bus und Bahn fahren": Rekordteilnahme beim Autofreien Tag
- Österreich ist mit Rahmenprogramm Europameister
- CO2-Emissionen: Nur zwei Prozent stammen von Öffis
·Woche der Mobilität: Alternativen zum Pkw
EU-Kommissare radelten mit Engagement voran
323 österreichische Städte und Gemeinden - rund 100 mehr als im Vorjahr - haben am Donnerstag teilweise oder ganz auf Pkws verzichtet. Damit und mit zahlreichen Rahmenprogrammen ist Österreich heuer Europameister bei den Aktivitäten rund um den Autofreien Tag. Einziger Wermutstropfen sei die Tatsache, dass die Bundeshauptstadt im Gegensatz zum Vorjahr auf eine aktive Teilnahme verzichtet, meinte Umweltminister Josef Pröll (V) im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien in Richtung Bürgermeister Michael Häupl (S).
Der Autofreie Tag stand unter dem Motto "Sprit sparen - mit Bus und Bahn fahren", was nicht nur in Hinblick auf die Umweltverträglichkeit sondern auch mit Blick auf den eigenen Geldbeutel empfehlenswert sei, meinte Wilhelmine Goldmann, Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehr AG. Sie rechnete vor: "Eine Autofahrt etwa von Amstetten nach Wien kostet 45 Euro. Wer eine ÖBB-Wochenkarte besitzt, zahlt für die gleiche Strecke vier Euro." Um Bus und Bahn noch attraktiver zu gestalten, will Goldmann ebenso wie Paul Frey, Geschäftsführer der ÖBB-Postbus GmbH, auf Qualitätssteigerung und attraktivere Fahrpläne setzen.
In Österreich sind täglich etwa 620.000 Fahrgäste mit Bus und Bahn unterwegs. Sie ersparen der Umwelt damit laut Pröll pro Jahr mehr als 300.000 Tonnen Treibhausgase und fast 100 Tonnen Feinstaub. Lediglich zwei Prozent der CO2-Emissionen des Verkehrs stammen von Bahn und Bus, wohingegen Pkws rund 55 und Lkws rund 40 Prozent ausmachen, rechnete Pröll vor. "Ein Umsteigen auf den Öffentlichen Verkehr ist eine wichtige Maßnahme für den Klimaschutz und zur Reduktion der Feinstaubbelastung", betonte der Umweltminister.
Weitere Schritte in Richtung saubere Luft und Erreichung des Kyoto-Ziels seien außerdem der Steuerbonus für neue Diesel-Pkw mit Partikelfilter und die mit 1. Oktober 2005 verpflichtende Beimischung von Biotreibstoffen. Weitere Ziele sind ein Aktionsprogramm für Kraftstoffe aus Erdgas und Biogas und der Abschluss eines Feinstaub-Maßnahmenpaketes zwischen Bund und Ländern.
(apa/red)
