Steigende Kerosin-Preise werden Opfer fordern: Billig-Fluglinien droht Pleitewelle
- Experte: "Vielen wird bald das Geld ausgehen"
- "Marktanteil von Ryanair und Easyjet wird steigen"
Angesichts steigender Treibstoffpreise steht nach Expertenmeinung bei den Billigfliegern eine Pleitewelle bevor. Der hohe Kerosinpreis werde die Konsolidierung der Branche bereits in den kommenden Wochen stark beschleunigen, sagte Dieter Schneiderbauer von der Unternehmensberatung Mercer der "Welt". Vielen werde angesichts der hohen Kerosinpreise "bald das Geld ausgehen".
Der Aufwand für Flugbenzin habe sich in den letzten eineinhalb Jahren fast verdoppelt, so Schneiderbauer. In den vergangenen Wochen mussten in Rotterdam kurzzeitig über 700 US-Dollar für die Tonne Kerosin gezahlt werden, Anfang des Jahres waren es 436 Dollar. Laut Schneiderbauer gibt es unter den rund 60 Anbietern in Europa viele kleine und mittlere Unternehmen, die immer noch Anlaufverluste verkraften müssen und sich teure Sicherungsgeschäfte im Treibstoff- Einkauf nicht leisten können.
Um den Kostenschub abzumildern, erhöhen auch die Billigflieger die Preise. Zwar erheben die Unternehmen keine Kerosinzuschläge wie die Charter- und klassischen Netzgesellschaften. Aber wer heute später bucht, zahlt schneller mehr als früher.
Die beiden Marktführer Ryanair und Easyjet versuchten zudem, in dieser für die Wettbewerber bedrohlichen Situation ihren Marktanteil mit spektakulären Sonderaktionen weiter zu erhöhen. "Der Marktanteil von Ryanair und Easyjet wird weiter steigen, weil beide 70 neu gekaufte Flugzeuge zusätzlich im Markt unterbringen müssen und es auch erfolgreich tun werden", sagte Schneiderbauer.
(apa)
