"Jeder Masten behördlich genehmigt": T-Mobile echauffiert sich über Mastensteuer
- Konzern droht mit einer Klage und Tariferhöhungen
- Neues Angebot soll das Festnetz bei KMUs ersetzen
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Niederösterreich führt die Liste mit 3.324 Masten an
"Jeder einzelne Handymasten in Niederösterreich wurde behördlich genehmigt", ärgerte sich einmal mehr T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl über die mit Jahresbeginn 2006 geltende NÖ-Handymastensteuer. Wenn ein Masten nicht mit den Mitbewerbern geteilt werde, liege das auch an behördlichen Auflagen, wie etwa dem Ortsbildschutz, hieß es.
Dass eine von der niederösterreichischen Landesregierung angekündigte Abänderung des so genannten Sendeabgabengesetzes die angedrohten Klagen der Mobilfunkbranche überflüssig machen könnten, verneinte Pölz: "Bleibt das Gesetz, klagen wir". Er geht aber davon aus, dass es ohnehin zu positiven Gesprächen mit der Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (V) kommt. "Wir haben die gleichen Kunden, die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher", betonte der T-Mobile Austria-Boss.
Telefonieren wird teurer
Komme das Gesetz, werden Handytelefonierer auf jeden Fall tiefer in die Tasche greifen müssen. Dies sei keinesfalls eine leere Drohung, die millionenschwere Mehrbelastung könne nicht von den Mobilfunkern getragen werden, so Pölzl. Zu erwarten sei, dass jedes in Niederösterreich geführte Prozess einen "Roaming-Zuschlag" erhalte.
Zugeknöpft gab sich Pölzl zur bevorstehenden Integration des kürzlich gekauften Mitbewerbers tele.ring, die ab 2006 umgesetzt werden soll. Hier müsse man die kartellrechtlichte Genehmigung ("Closing") in Österreich und der EU abwarten. Diese werde voraussichtlich im Oktober oder November erfolgen. Derzeit sei man dabei, die Angebote für die nicht mehr benötigte tele.ring-Technik auszuloten, dies sei mit der Telekom-Regulierungsbehörde sowie der Kartellbehörde abgeklärt, erklärte Pölzl. Zufrieden zeigte er sich mit den Gesprächen mit dem tele.ring-Betriebsrat über einen einvernehmlichen Mitarbeiterabbau.
Neuer Tarif: "Replace"
T-Mobile Austria hatte gestern ein neues Tarifangebot vorgestellt: Mit "Replace" soll das Handy - wie schon im Privatkundenbereich - bei Klein- und Mittelbetrieben das Festnetz ersetzen. Bei Privatkunden hätten rund ein Viertel bereits ihren Festnetzanschluss abgemeldet. Bis Jahresende erwartet sich Pölzl einige tausend "Replace-Kunden". Das Angebot startet am 21. September und ist mit allen bisherigen T-Mobile-Tarifen kombinierbar. (apa)
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