Bürgerrechtler fordern nun Yahoo-Boykott: US-Portalbetreiber gab User-Daten weiter
- Aktion bescherte chinesischen Journalisten Haftstrafe
- Yahoo stellt neue Freemailer-Version in den USA vor

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Mehrere Bürgerrechtsorganisationen haben zu einem Boykott des US-Portalbetreibers Yahoo aufgerufen. Das Unternehmen hatte User-Daten an die chinesische Polizei weiterzugeben, was zu der Verhaftung eines Journalisten führte. Shi Tao wurde zu zehn Jahren Arrest verurteilt. Nutzer sollten deshalb die Dienste Yahoos nicht mehr verwenden und damit eine "klare Botschaft" setzten, so die Bürgerrechtler.
Boykott-Aufruf
Der Boykott-Aufruf wird vor allem von der Blogger-Community unterstützt, berichtet de.internet.com. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen", die den Fall des Journalisten international bekannt gemacht hat, will sich hingegen an die Aktionäre des Unternehmens wenden. Diese sollen Einfluss auf das Management nehmen, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.
Yahoo verteidigt Vorgehen
Yahoo verteidigte sein Vorgehen unter Berufung auf die Rechtslage in China. "Wie jedes andere weltweit tätige Unternehmen muss Yahoo sicherstellen, dass die jeweiligen Niederlassungen im Rahmen der Gesetze, Richtlinien und Gebräuche des Landes arbeiten, in denen sie angesiedelt sind", sagte Unternehmenssprecherin Mary Osako gegenüber de.internet.com.
Neue Freemailer-Version
In der Zwischenzeit hat Yahoo eine öffentlich zugängliche Beta der nächsten Version seines Freemailers bereitgestellt. Diese kann derzeit jedoch nur von US-Kunden genutzt werden, berichtet ZDNet. In den nächsten Monaten soll die Beta auch international zur Verfügung stehen. Zu den neuen Features des Freemailers gehören das Caching von E-Mails, eine Nachrichtenvorschau, die Erstellung per Drag and Drop, eine leistungsfähigere Suche und die Möglichkeit, mehrere Nachrichten in verschiedenen Fenstern gleichzeitig anzusehen.
In der neuen Version von Yahoo Mail können Anwender durch alle E-Mails in einem Ordner scrollen. Bisher waren diese auf mehrere einzelne Seiten verteilt. Außerdem gibt es künftig eine Autocomplete-Funktion für die Adresse, Menüs beim Klick mit der rechten Maustaste und Shortcuts. Die Menge des Speicherplatzes bleibt unverändert, dieser beträgt weiterhin 1 GByte. (red)
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