Willkommen daheim, Anna
- Der Geheimplan: So wird Netrebko Österreicherin
Die politischen Weichen sind gestellt: Die russische Operndiva Anna Netrebko, 34, wird jetzt österreichische Staatsbürgerin. Plus: Austro-Annas Pläne für Wien und Salzburg.
Austro-Anna. Wie die Violetta der Herzen eingebürgert wird, was sie als Neo-Österreicherin plant.
Keine kunstvoll gedrechselten Schachtelsätze, aus denen es ohne Lesebrille und Kompass für Normalverbraucher kaum ein Entrinnen gibt:
Wenn es um diese Frau geht, verfällt selbst das deutsche Feuilleton in ekstatisches Zucken: Leichtigkeit, Feuer, Koloratursicherheit, japst die Süddeutsche. Dieses künstlerische Erdbeben! Diese sich gen Himmel bohrenden Hochtöne! Dieses überwältigende Raffinement!
Wenn es um diese Frau geht, verlieren selbst die distinguierten Schweizer bereitwillig die Contenance: Mon Dieu, welche Aufregung, kapituliert die Neue Zürcher Zeitung.
Tschüss, Piefkes, die ihr immer und immer wieder unseren Beethoven für euch reklamiert. Grüezi, Eidgenossen, die ihr schamlos unseren Udo eingemeindet. Wenn es um diese Frau geht, geht es ab sofort um Österreich!
NEWS erfuhr aus wohlinformierten Kreisen: Anna Netrebko, seit Sommer 2002 (Don Giovanni, Salzburger Festspiele) Shooting Star der internationalen Klassikszene und seit Sommer 2005 (La Traviata, Salzburger Festspiele) Violetta der Herzen, soll noch in den nächsten Monaten eingebürgert werden!
Der Herzenswunsch. Anna, die Austrifizierung, erster Aufzug: Immer wieder ließ die aus Südrussland stammende Diva im Small Talk mit heimischer Kunst- und Kulturprominenz sotto voce anklingen, dass sie das Angebot, österreichische Staatsbürgerin zu werden, als höchstes Kompliment interpretieren und folgerichtig frei von falscher Zier annehmen würde.
Offiziell will sich die 34-jährige, in den internationalen Hochglanzgazetten kraft herzzerreißender Koloraturen in Kombination mit atemberaubendem Äußerem zur neuen Callas gehypt, zu ihrer Hoffnung auf amtlich verbrieften Heimatwechsel nicht äußern. Noch nicht.
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