Freitag, 16. September 2005

Heizen zum Spartarif: So sparen Sie diesen Winter bei Altbauten bis zu 95% Energie

  • FORMAT: Heizen wird in diesem Winter sehr teuer
  • PLUS: Zehn Tipps, wie Sie Ihre Heizkosten senken

Stefan Kühne ist bester Laune. Seit zwei Wochen ist der Golflehrer im Club Dolomitengolf stolzer Hausherr. Die größte Freude am neuen Domizil in Hermagor bereiten ihm die künftigen Heizkosten: Das 160 Quadratmeter große Haus verbraucht voraussichtlich 230 Euro. Im ganzen Jahr.

Von solchen Jahresabrechnungen können viele angesichts der aktuellen Preise für Heizöl, Gas, Fernwärme und Strom nur träumen. Deshalb nimmt Kühne sein 260.000 Euro teures Investment für ein Weißenseer Passivhaus - gerechnet ohne Keller - sehr gelassen. Bauherr Kühne: "Ich habe vor einem Jahr berechnet, dass ich in spätestens zehn Jahren die Kosten wieder drinnen habe. Jetzt lache ich mir ins Fäustchen, weil ich noch rascher pari sein werde."

Energiebewusste profitieren
Zudem hat der smarte Golfpro von seinem Heimatland Kärnten wegen Erreichen der maximalen Ökopunktezahl insgesamt 80.000 Euro Wohnbauförderung zugeschossen bekommen. Wer energiebewusst wohnt, der profitiert also doppelt. FORMAT zeigt, was Niedrigenergiehäuser können und welche Sofortmaßnahmen es gibt, um auch Altbauten noch rasch winterfest zu machen.

Teure Heizsaison vor der Tür
Wie Kühne setzen derzeit bereits tausend österreichische Hausbauer auf Passiv- und Niedrigenergiehäuser - kein Wunder bei den rasant gestiegenen Kosten für Heizöl und Co. Von insgesamt 3,2 Millionen Haushalten in Österreich heizen 30 Prozent mit Heizöl. Sie trifft dieser Winter besonders hart: Der Brennstoff ist um 40 Prozent teurer als noch im Jahr zuvor. Bei einem Verbrauch von 2.400 Litern im Jahr sind das 480 Euro Mehrausgaben. Schon 2004 lag der Preis für einen Liter Heizöl um 30 Prozent über dem Wert aus 2003.

Rentable Sofortmaßnahmen
Manchmal helfen schon ein paar Sofortmaßnahmen, um auch mit teuren Energieträgern glimpflich davonzukommen. So reduziert bereits das richtige Lüften, also täglich mehrmals ein bis zwei Minuten die Fenster öffnen, die jährliche Heizabrechnung um vier Prozent. Thomas Ritt, Energieexperte der Arbeiterkammer Wien: "Einfache Handgriffe zur Energieersparnis und damit zu einer spürbaren Kostensenkung wirken oft effektiver, als man allgemein glaubt."

Einsparungen bis zu 2.100 Euro
Es geht auch ganz ohne Heizkessel. Wer ein neues Haus plant, der sollte ein so genanntes Passivhaus in Erwägung ziehen. Die Häuser werden so errichtet, dass über die Fenster viel Sonne und Wärme eindringen kann. Dann wird das Haus von oben bis unten mit Dämmmaterial versehen. Ein ausgeklügeltes Wärmetauschsystem lässt zwar die verbrauchte Luft aus dem Haus, aber nicht die Wärme. Eine Heizung ist nicht mehr erforderlich. Die Folge: ein extrem niedriger Heizverbrauch, der von 10 bis höchstens 50 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr reicht. Das entspricht jährlichen Ausgaben von 150 bis 750 Euro. Für Warmwasser und Strom müssen noch einmal rund 200 Euro gerechnet werden. Im Vergleich zu einem konventionellen Haus bringt das Passivhaus Einsparungen bis 2.100 Euro im Jahr. Einziger Störfaktor bei den Wundergebäuden sind die hohen Errichtungskosten, die bis zu 50 Prozent höher ausfallen können.

Die ganze Story finden Sie im aktuellen FORMAT!

16.9.2005 10:50