Totaler Tschick-Krieg: Neo-Zigaretten-Boss Mertl zieht gegen Austria Tabak zu Felde!
- Billigmarke "O'Neill" will jetzt vor Gericht ziehen
- Klage auf Unterlassung, Kredit- und Rufschädigung

Der totale Tschick-Krieg im "David gegen Goliath"-Stil steht an. Neo-Zigaretten-Boss Christian Mertl zieht für seine Billig-Glimmstängel nun gegen Austria Tabak zu Felde. NEWS über die Pläne von "O'Neill".
Zunächst war Christian Mertl im Überschwang des ersten Verkaufserfolgs sicher, dass nichts den Siegeszug "seiner" Zigaretten aufhalten kann. Als aber in zahlreichen Wiener Trafiken seine Marke "O'Neill" nicht mehr im Regal stand, wurde der Geschäftsführer und 25-Prozent-Miteigner der erst vor kurzem gegründeten M-Tabak stutzig - und forschte nach. Und was der Geschäftsmann da zu hören bekam, ist starker Tobak. Mertl zu NEWS: "Mitarbeiter von Tobaccoland haben Trafikanten suggeriert, dass O'Neill vom Markt verschwinden wird, weil die Marke schlecht sei. Wer sie weiterhin verkaufe, mache sich strafbar."
Hintergrund: Tobaccoland ist der Generalvertreiber aller Rauchwaren in Österreich und eine 100-Prozent-Tochter der Austria Tabak. Beim ehemaligen "Tschick"-Monopolisten ist man bemüht, die Sache herunterzuspielen. "Eine Bagatelle. Wir haben momentan andere Probleme. Etwa den Zigarettenschmuggel zu unterbinden", lässt Austria-Tabak-Geschäftsführer Stefan Fitz NEWS ausrichten.
"Lucky" gegen "O'Neill"
Für kurze Zeit waren die Glimmstängel von Mertl tatsächlich vom Markt genommen. Aber nicht aus Qualitätsgründen, sondern weil der Zigarettenkonzern British American Tobacco (BAT) wegen Verwechslung ihrer Marke "Lucky Strike" mit "O'Neill" eine einstweilige Verfügung in Österreich erreicht hatte. Stein des Anstoßes: das Logo mit dem so genannten "Bullenauge". BAT bekämpft das Aussehen der "O'Neill"-Packungen noch immer. Ein Rekurs brachte die Zigaretten aber nach zehn Tagen zurück in die heimischen Trafiken.
Schwere Geschütze
Die angeblichen Behauptungen der Tobaccoland-Mitarbeiter nehmen Mertl und sein Geschäftspartner Burkhard Ernst, Chef des Autohauses Mazda Rainer, nun zum Anlass, um mit schweren Geschützen aufzufahren: "Wir haben hieb- und stichfeste Beweise. Jetzt wird geklagt." Womit aus dem schon jetzt nicht ganz friktionsfreien Verhältnis zwischen den beiden ungleichen Rauch-Konkurrenten endgültig ein veritabler Tschick-Krieg wird.
Klage gegen Austria Tabak
Ein dementsprechendes Schriftstück vom Handelsgericht Wien, das auf Unterlassung (der Behauptungen), Kredit- und Rufschädigung abzielt (vorläufiger Streitwert: 52.000 Euro), wurde dem ehemaligen Tabakmonopolisten Ende letzter Woche zugestellt. Ein Umstand, der Austria-Tabak-Boss Fitz aber ziemlich kalt lässt.
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