Europäer kämpfen für billigeren Benzin: Briten behindern Tankstellen-Belieferung!
- Italien: Tankstellenboykott. Frankreich: Generalstreik
- UMFRAGE: Würden Sie für Billig-Sprit demonstrieren?

·UMFRAGE: Kampf vs. den hohen Spritpreis
Würden Sie für billigeren Sprit auf Straße gehen?
·Regierung reagiert auf hohe Spritpreise
Pendlerpauschale und Kilometergeld steigen!
·Tankstellen-Weisung sorgt für Aufregung
Gorbachs Vorschlag sei aktienrechtlich bedenklich
·Spritpreis: Grasser droht Tankstellen!
Preise senken, sonst gibt es eine Sondersteuer
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Europa zieht in den Kampf gegen die hohen Spritpreise! Großbritannien bereitet sich auf dreitägige Proteste gegen die hohen Treibstoffpreise vor. Die Organisatoren haben den Beginn der Aktionen für heute angekündigt, Einzelheiten aber noch offen gelassen. Die Polizei hat angekündigt, sie werde alle Versuche unterbinden, Straßen zu blockieren und die Belieferung von Tankstellen zu verhindern. Aber auch andere europäische Staaten kämpfen gegen die hohen Treibstoffpreise: In Italien kommt es zu gezielten Tankstellen-Boykotts, französische Gewerkschaften planen für 4. Oktober gar einen Generalstreik.
Im Jahr 2000 hatten britische Demonstranten die Straßen zu Ölraffinerien blockiert und damit die Treibstoffversorgung gestoppt. Damals kam das öffentliche Leben in Großbritannien weitgehend zum Erliegen.
GB: Hamsterkäufe führen zu Engpässen
Massenhafte Treibstoffkäufe besorgter Autofahrer haben zahlreiche Tankstellen in Großbritannien vorübergehend in Versorgungsprobleme gebracht. Die als Protest gegen hohe Treibstoffpreise für Mittwoch angedrohten großen Blockaden von Raffinerien und Kraftstoff-Depots blieben jedoch aus. Anders als bei großen Protestaktionen vor fünf Jahren lief der Verkehr von und zu den Lagern im ganzen Land weitgehend unbehindert.
Die Treibstoff-Industrie warnte vor Panikkäufen. Dadurch würden nur unnötige Versorgungsengpässe geschaffen. Dennoch hatten nach Zeitungsberichten am Dienstag mehr als 3.000 Tankstellen, etwa ein Drittel aller Tankstellen in Großbritannien, ihre Vorräte ausverkauft. Vereinzelt hätten Tankstellenbesitzer die Notlage ausgenutzt und die Preise weiter angehoben, berichtete "The Times". In einigen Teilen Großbritanniens war der Preis für einen Liter Normalbenzin am Dienstag auf mehr als ein Pfund (1,50 Euro) gestiegen.
Die Organisatoren des Protestes verlangen wegen der gestiegenen Benzin- und Dieselpreise eine Reduzierung der Steuern auf diese Produkte. Finanzminister Gordon Brown schloss dies aus. Die Briten wüssten, dass der Grund für das Problem in der Verdopplung des Ölpreises auf dem Weltmarkt liege, sagte er.
Proteste in Italien und in Frankreich
Auch Bürger aus anderen europäischen Staaten starten Aktionen gegen die hohen Spritpreise. In Italien gibt es einen organisierten Tankstellen-Boykott. Die französischen Gewerkschaften wollen noch einen Schritt weiter gehen. Sie drohen für 4. Oktober mit einem Generalstreik.
Italiener streiken gegen hohe Preise
Mit einer Demonstration vor dem römischen Parlament hat am Mittwoch ein Konsumentenstreik gegen die Regierung Berlusconi begonnen. Zum fünften Mal seit der Einführung des Euro riefen die Konsumentenschutzverbände die Italiener auf, Restaurants, Kino und Einkäufe in den Supermärkten zu meiden. Auch der Verzicht auf die Zeitung sei ein Weg, um gegen die ungerechte Teuerungswelle zu protestieren, die die italienischen Familien auf unerträgliche Weise belaste, betonen Verbraucherverbände
Um gegen die hohen Strompreise zu protestieren riefen die Konsumentenschutzverbände die Italiener auf fünf Minuten lang den Strom auszuschalten. Sie wollen auf diese Weise die hohen Strompreise des Elektrizitätskonzern Enel kritisieren. In einem Jahr hat sich nichts geändert. Die Preise bleiben hoch und die Italiener sind immer ärmer, sagte der Chef des Gewerkschaftsverbands Uil, Luigi Angeletti, der den Streik unterstützt.
Der Protestaktion schlossen sich mehrere Oppositionsparteien an. "Wir müssen uns gegen die illegalen Preiserhöhungen wehren, die die Einkommen der Italiener verschlingen", so ein Sprecher der Verbraucherorganisation Codacons.
Seit der Euro-Bargeldeinführung kam es im Lebensmittelbereich zu Preissteigerungen von bis zu 160 Prozent, betonen die Konsumentenschutzverbände. Die Inflationsrate ist laut Statistikamt Istat im August auf 2,1 Prozent gefallen, die Konsumenten behaupten aber, dass die Teuerung mindestens drei Mal so hoch sei.
Die Konsumenten klagen auch wegen der stark gestiegenen Obst- und Gemüsepreise. Die Landwirtschaftsverbände erklären die Teuerungswelle mit den Wetterkapriolen der letzten Monaten, die die Ernten schwer belastet haben. Die Verbraucherverbände meinen dagegen, die Preise würden künstlich in die Höhe getrieben. Sie forderten die Italiener auf, Fälle illegaler Preisantriebe anzuzeigen. (apa/red)

