Montag, 12. September 2005

Produktpiraterie in China: Doppelmayr-Lifte mehr oder weniger perfekt kopiert!

  • Mehr als 200 Anlagen in China im Einsatz
  • Kein Patenschutz: Firma gegen Piraterie machtlos

In China sind derzeit mehr als 200 Lifte in Betrieb, bei denen es sich um mehr oder weniger perfekte Kopien von Anlagen des Vorarlberger Seilbahnherstellers Doppelmayr handelt. Nach Angaben von Ernst Nigg, Geschäftsführer von Doppelmayr China, gegenüber ORF Radio Vorarlberg sind diese Fälle dokumentiert. Es ließe sich aber kaum etwas dagegen unternehmen, sagte Nigg im ORF-Interview.

"Die Anlagen werden von staatlichen Firmen gebaut, die dem Maschinenbauministerium unterstehen. Wenn es keinen Patentschutz gibt, ist es praktisch unmöglich, dass man dagegen eingreifen kann", so Nigg. Teilweise seien an den Anlagen sogar Doppelmayr-Schilder montiert. Man habe bereits versucht, dass der Name entfernt werden müsse, aber auch das sei nur teilweise gelungen. Bei den Kopien handle es sich um Schlepplifte und fix geklemmte Sessellifte, kuppelbare Lifte seien noch nicht nachgemacht worden. Das sei aber nur eine Frage der Zeit.

Nigg ist überzeugt, dass es auf dem chinesischen Markt zu einem Preisverfall kommen wird. "Ausländische Firmen wie wir werden sich schwer tun, in Zukunft Anlagen zu verkaufen", sagte Nigg. Vielmehr würden in der weiteren Zukunft chinesischen Firmen, die heute kopieren, im Ausland aktiv werden. "Sie sind es teilweise schon in Afrika, sie sind es in der näheren Umgebung, Vietnam, Philippinen", so Nigg. Europa würden die chinesischen Unternehmen aber noch länger nicht erobern, ist sich Nigg sicher.

Doppelmayr hat in China laut ORF bisher 30 Liftanlagen gebaut, bis Ende 2006 sollen sechs weitere hinzukommen.(apa/red)

12.9.2005 16:24