UEFA-Cup-Pleite bei Stavanger: Veilchen machten im kühlen Norden "welke Figur"
- Aufstiegschancen trotz 0:1 bei Viking aber intakt
- Zuversicht bei Norwegern mit Sieg deutlich gestiegen
·UEFA-Cup: Austria verliert gegen Viking
Wiener unterliegen im Hinspiel auswärts mit 0:1
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Den Veilchen hat das kühle, herbstliche Wetter in Norwegen überhaupt nicht behagt. In der zweiten Hälfte des Erstrunden-Hinspiels gegen Viking Stavanger schien es, als wollten sich die Austrianer mehr auf den Winterschlaf vorbereiten als die Basis für den Aufstieg zu legen. Mit dem 0:1 (0:0) machten sich die Wiener jedenfalls das UEFA-Cup-Leben vor dem zweiten Spiel in 14 Tagen im Horr-Stadion schwer. Für den ins Visier genommenen Einzug in die attraktive Gruppen-Phase muss nun schon ein 2:0 oder 3:1 her.
Nach der dürftigen Darbietung gegen den norwegischen Tabellendritten, der in diesem Jahr erst zwei Heimniederlagen kassiert hat, nahm sich Peter Stöger seine Truppe während des Freitag-Trainings zur Brust, sprach mit ihr ein ernstes Wort. "Von den zweiten 45 Minuten bin ich total enttäuscht, die haben wir komplett verschlafen", ärgerte sich der Sportchef mehr über das Wie als über das Resultat, das man noch umdrehen könne. Der 39-Jährige ließ weder den nicht gegebenen klaren Elfer an Roland Linz, noch das letzte Austria-Aufgebot als mildernde Argumente gelten.
"Vor der Pause war die Leistung in Ordnung, doch danach haben wir uns durch hohe Bälle hinten hineindrängen lassen, waren wir nicht mehr so organisiert und haben zu wenig getan", befand Stöger, für den der Aufstieg aber noch immer machbar ist: "Doch wenn wir unser Potenzial nicht abrufen, werden wir es auch nicht schaffen. Wir müssen eine Top-Leistung bringen, von der ersten bis zur letzten Minute hellwach sein, aufopfernd kämpfen und bei hohen Bällen und Standards voll konzentriert sein", appelliert Stöger.
"Unnötige Niederlage"
Frenkie Schinkels sprach von einer "unnötigen Niederlage", obwohl den Spielern vorher eineinhalb Stunden die Viking-Stärken mittels Video vor Augen geführt worden waren. "Nach der Pause haben wir viele Abspielfehler gemacht, sind zu lange mit dem Ball gelaufen, haben die Räume aufgegeben und dem Gegner dadurch die hohen Bälle ermöglicht", bemängelte der Co-Trainer, für den ein 0:0 auf Grund der zweiten Hälfte glücklich gewesen wäre. "Viking wird in Wien bis zur letzten Minuten fighten."
Die Spieler, die die erste Niederlage nach zehn UEFA-Cup-Partien (drei Siege, sieben Remis) seit November hinnehmen mussten, glauben, dass sie die bittere Suppe noch selbst auslöffeln können. "Bei allem Respekt vor den Norskern, aber daheim müssen wir sie schlagen und werden zwei Tore erzielen. Doch keine Frage, da wir kein Auswärtstor erzielt haben, wird es schwierig", sagt Jungvater Libor Sionko. Der verletzte Norweger Sigi Rushfeldt sprach von einem "verdienten Viking-Sieg" und sagte: "Wir haben zu viele Fehler begangen. Unser Chancen sind aber noch immer gut."
Elferreifes Foul an Linz
Der vierfache "Doppelpack"-Produzent Roland Linz, der wegen Adduktoren-Problemen zur Pause in der Kabine bleiben musste, hatte während der von den Gästen kontrollieren ersten Hälfte zurecht einen klaren Foulelfer ("Mir wurden von hinten die Beine weggezogen") reklamiert. "Wenn wir daraus das 1:0 gemacht hätten, wäre es anders ausgegangen", glaubt der 24-jährige Stürmer, für den die Aufstiegschance trotzdem lebt. "Unsere Ausgangsposition ist durch das 0:1 aber nicht leichter geworden."
Die "Wikinger" riechen schon Lunte. "Austria war zu passiv, nach dem Wechsel zeigte Viking sein anderes Gesicht. Die Chancen sind intakt, weil der Gegner in Wien das Spiel machen muss und Viking kontern kann", resümierte "VG", die größte Zeitung des Landes. Und der britische Trainer Roy Hodgson, der laut Medien dank des Goldtors des Kenianers Mambo Mumba nicht mehr fürchten muss, von seinem Landsmann Kevin Keegan abgelöst zu werden, meint: "Unser kleine Aufstiegschance ist ein wenig größer geworden, wir haben aber noch einen weiten Weg vor uns."
(apa/red)
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