'Dusel-Tor' und Elfer-Pleite: Rapid verspielt gegen "tödliche Bayern" die Top-Sensation
- Hickersberger: "Haben unsere Chancen nicht genützt"
- Trainer beklagt mangelnde Effizienz seiner Kicker
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Trotz der Tatsache, dass Meister SK Rapid den großen FC Bayern gehörig in Bedrängnis gebracht hat und zumindest einem Punkt nahe war - am Ende überwog der Frust über das 0:1 zum Champions-League-Auftakt gegen den deutschen Champion. "Wir hätten uns schon mehr erhofft als nur ein gutes Spiel, daher sind wir enttäuscht", erklärte Trainer Josef Hickersberger.
Viel mussten sich die Hütteldorfer nicht vorwerfen. Rapid hielt phasenweise mit dem Eliteliga-Titelaspiranten mit und hatte einige hochkarätige Chancen, so zum Beispiel den vergebenen Elfer von Valachovic oder den "doppelten Lattentreffer" von Hofmann und Dober. "So wie sich die Spieler taktisch verhalten haben, muss ich ihnen ein Kompliment machen. Was aber fehlt, ist die Effizienz, das zieht sich wie ein roter Faden durch unsere letzten Spiele. An der Chancenauswertung und am letzten Pass 30 Meter vor dem Tor müssen wir noch arbeiten."
Diese Schwächen dürfe man sich gegen die Münchner eben nicht erlauben, betonte der frühere ÖFB-Teamchef. "Wir haben unsere Chancen nicht genützt, und das ist leider gegen die Bayern tödlich, denn irgendwann machen sie auf Grund ihrer Klasse ein Tor", sagte der 57-Jährige, für den seine Mannschaft jene Leistung geboten hat, "die sie imstande ist zu bringen".
Rapid bleibt in der Elite-Liga weiter sieglos
Damit nach der fünften Niederlage im insgesamt siebenten Rapid-Auftritt in der Champions League (hinzu kommen zwei Remis) in Zukunft zählbare Erfolge herausschauen, müsse sich einiges ändern. "Wir müssen uns in allen Belangen verbessern und können uns an den Bayern in vielerlei Hinsicht ein Beispiel nehmen. Sie haben ein Auswärtsspiel in der Champions League dominiert, wir haben unsere Taktik der ihren anpassen müssen, das ist der große Unterschied."
Die positive Erkenntnis für Hickersberger war, "dass sich die Mannschaft von der Atmosphäre und dem ganzen Drumherum nicht beeinflussen ließ, cool geblieben ist und den Bayern Paroli geboten hat." Die Niederlage sei zwar bitter, man habe aber auch "gegen einen Klub verloren, der den Anspruch hat, die Champions League zu gewinnen. Wir müssen also im Großen und Ganzen die Kirche in Hütteldorf lassen."
Payer hält Hütteldorfer mit Glanztaten im Spiel
Die schon zuvor ohnehin geringen Chancen auf einen Achtelfinal-Aufstieg sind auch durch den 2:1-Auswärtssieg von Juventus Turin gegen Brügge in der Parallelpartie der Gruppe A weiter gesunken. "Wenn man ein Heimspiel verliert, hat man wenig Möglichkeiten, in die nächste Phase aufzusteigen. Wir waren umgekehrt aber auch nicht so schlecht, dass wir jetzt gleich den Teufel an die Wand malen müssten", betonte der Rapid-Coach.
So wie Hickersberger trauerten auch seine Spieler einer möglichen Sensation nach. "Wir haben die Bayern an den Rand einer Niederlage gebracht. Deshalb bin ich zwar traurig, andererseits haben wir auch gesehen, dass wir nicht so weit weg sind wie viele vorher glaubten", meinte Goalie Helge Payer, der seine Kollegen mit einigen Glanzparaden bis zum Schluss im Spiel gehalten hatte.
Hofmann als "bester Bayer" ausgezeichnet
Ähnlicher Ansicht war Kapitän Steffen Hofmann, der von der "Bild"-Zeitung als "bester Bayer" bezeichnet wurde. "Wir haben uns gegen eine Weltklasse-Mannschaft viele Chancen erspielt, das ist bemerkenswert. Wir haben gesehen, dass wir auf diesem Niveau zumindest teilweise mithalten können", sagte der Mittelfeldspieler, der bereits ab der 3. Minute durch einen Schlag auf den Oberschenkel gehandicapt war. "Aber bei so einem Spiel müsste man mir schon den Fuß abhacken, damit ich nicht mehr weiterspiele." (apa/red)
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