Bayern-Coach Magath vor Rapid-Match vorsichtig: "Müssen auf der Hut sein!"
- Star-Trainer ist von Ballack-Ausfall nicht geschockt
- Ismael machte schlechte Erfahrungen mit Ösi-Fußball

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Felix Magath ist ein höflicher Gast. Der Trainer des deutschen Fußball-Rekordmeisters zeigte vor dem heutigen Champions-League-Duell mit Rapid (20:45 Uhr/live auf www.networld.at) im ausverkauften Wiener Happel-Stadion vor dem Gegner Respekt, obwohl sein Team als klarer Favorit in die Partie geht. "Wir müssen auf der Hut sein", betonte Magath nach der Ankunft am Dienstag.
"Rapid ist eine konditionsstarke Mannschaft, die gut nach vorne spielt und bei Standard-Situationen gefährlich ist", sagte der 52-Jährige, der die Grün-Weißen in der Offensive stärker als die Liga-Konkurrenten Hannover oder Mönchengladbach einschätzt.
Der Meistermacher ist auch über die zuletzt wenig zufrieden stellenden Leistungen der Hütteldorfer in der heimischen Liga informiert. "Es sieht danach aus, als ob Rapid die Meisterschaft Meisterschaft sein lässt und sich voll auf die Champions League konzentriert."
Von Ballack-Ausfall nicht geschockt
Magath musste am Montag mit der Verletzung von Michael Ballack einen gravierenden Ausfall hinnehmen - für den Trainer dennoch kein Grund, in Panik zu verfallen. "Ich habe keine schlaflosen Nächte, weil die Verletzung nicht so schlimm ist, wie Michael selbst sagt", erklärte der frühere DFB-Teamspieler. "Die Nationalmannschaft hat ohne ihn Probleme. Wir dagegen sind so stabil, dass ich hoffe, dass wir es hinkriegen", meinte der Coach und ergänzte: "Das Ziel in Wien ist klar ein Sieg."
Dies sei auch ohne den Mittelfeld-Star möglich, wenn auch "sein Ausfall für uns ein Handicap ist. Er hat in den ersten Saisonspielen entscheidende Tore gemacht und entscheidenden Anteil an unserem guten Start", meinte Magath, der am Mittwoch in einem Stadion sitzt, das den Namen jenes Trainers trägt, mit dem er als Spieler seine größten internationalen Erfolge gefeiert hat. "Vor Ernst Happel habe ich allerhöchste Achtung. Er war nicht nur einer der besten Trainer seiner Zeit, sondern auch als Mensch eine Bereicherung."
So wie Magath reagierten auch seine Spieler nicht geschockt auf Ballacks Kapselverletzung am Sprunggelenk, die er sich am Montagabend im Training bei einem unglücklichen Dreikampf um den Ball mit Bastian Schweinsteiger und Owen Hargreaves zugezogen hatte. Bei der Zusammenkunft am Münchner Flughafen wussten einige sogar noch gar nichts von Ballacks Ausfall. "Das höre ich zum ersten Mal", meinte Sebastian Deisler, der prompt Ansprüche auf die vakante Position anmeldete: "Ich brenne auf einen Einsatz. Wenn ich mich nicht so stark fühlen würde, etwas zu bewegen, bräuchte ich gar nicht mitzufliegen", sagte der Mittelfeldspieler.
Wer übernimmt Ballacks Spielmacher-Rolle?
Magath selbst hielt sich bedeckt, ob er Bankdrücker Deisler, Edel-Joker Mehmet Scholl, Champions-League-Neuling Ali Karimi oder eventuell auch den Brasilianer Ze Roberto mit der Spielmacher-Rolle betrauen wird. "Ich will die Eindrücke des Abschlusstrainings abwarten." Auch die Spieler sind gespannt. "Ob ich spiele oder ein anderer, weiß nur der Trainer", sagte Deisler. "Basti, Scholli, Schweini, Ali - wir haben viele Möglichkeiten", meinte Hargreaves, der im defensiven Mittelfeld gesetzt ist und damit voraussichtlich Gegenspieler seines Freundes Steffen Hofmann ist. "1:0, 2:0, 3:0 - wie wir gewinnen, ist egal", tönte der Engländer.
Dass die Bayern auch ohne Ballack erfolgreich sein können, haben sie in der vergangenen Saison bewiesen. Sechs Siege und ein Remis gab es in der Bundesliga, und auch das einzige Champions-League-Spiel ohne den Leitwolf wurde gegen Arsenal mit 3:1 gewonnen.
Der Ausfall von Ballack, der am Donnerstag noch einmal eingehend untersucht werden soll, wird auch gelindert durch die Rückkehr von Roy Makaay. Der Stürmerstar ist nach seiner Knieverletzung wieder fit und soll wie gewohnt für Tore sorgen. "Unser Ziel ist ganz klar, die Gruppe zu überstehen, daher wollen wir morgen drei Punkte machen", sagte der Niederländer, der aus seiner Spanien-Zeit noch den Rapidler Radek Bejbl kennt und am 16. Oktober 2002 beim 3:0-Sieg der Niederländer in der EM-Quali gegen Österreich mit dem Happel-Stadion Bekanntschaft 80 Minuten lang gemacht hatte, nach der Ankunft im Team-Hotel Intercontinetal.
Die Rivalität zwischen Deutschland und Österreich kennt Makaay zwar nicht. "Sie wird aber die gleiche sein wie zwischen Deutschland und den Niederlanden", vermutete der Goalgetter.
Ismael erinnert sich an 0:4 gegen Pasching
Sein Mannschaftskollege Valerien Ismael erinnert sich nur ungern an seinen bisher letzten Auftritt in Österreich zurück. Der Innenverteidiger war beim 0:4 von Werder Bremen im UI-Cup-Semifinal-Hinspiel in Pasching über die gesamte Zeit im Einsatz. "Aber das kann man nicht mit der Champions League vergleichen, das ist ein ganz anderes Niveau."
Der eingestellte Bundesliga-Rekord von 13 Siegen hat die Bayern sehr selbstbewusst gemacht. Zurückhaltung übt ausnahmsweise die Vereinsführung. "Wir sind nicht der Top-Favorit auf den Titel. Wenn alles perfekt läuft, können wir weit kommen", erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. (apa/red)
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