Dienstag, 13. September 2005

Kein grünes Wunder im Wiener Prater:
Rapid verliert gegen Bayern knapp mit 0:1

  • Valachovic vergibt Elfer in der Rapid-Viertelstunde
  • "Dusel-Tor" straft Hütteldorfer trotz tapferer Leistung

Meister SK Rapid ist mit einer unglücklichen 0:1-Niederlage gegen Bayern München in die Champions League gestartet. Für den entscheidenden Treffer der Deutschen im mit 47.800 Zuschauern ausverkauften Ernst-Happel-Stadion sorgte Guerrero in der 60. Minute, die größte Chance auf den Ausgleich für die Hütteldorfer vergab Valachovic, der in der 81. Minute einen Elfmeter neben das Tor schoss. Für den deutschen Rekordchampion war es erst der zweite Sieg in den vergangenen 16 Auswärtsspielen in der Eliteliga und gleichzeitig der erste Erfolg in Wien.

Die Rapidler, die vor dem Spiel in einer Trauerminute des verstorbenen Toni Fritsch gedachten und mit Trauerflor antraten, zeigten angetrieben von einer beeindruckenden Stimmung im Prater-Oval von Beginn keinen Respekt vor den Bayern und hatten bereits in der 2. Minute eine gute Freistoßmöglichkeit, Ivanschitz beförderte den Ball aber aus gut 20 Metern in die Mauer. Die Deutschen konterten ihrerseits mit einem Lucio-Kopfball nach Freistoß-Flanke von Scholl (6.) sowie einer gefährlichen Hereingabe von Schweinsteiger (10.), die an Freund und Feind vorbeiging. Wieder eine Minute später versetzte Ivanschitz im Strafraum Ismael, sein schwacher Schuss mit rechts aus rund acht Metern ging aber am kurzen Eck vorbei.

Mit Fortdauer des Spiels übernahm der deutsche Rekordmeister immer mehr die Initiative. Nach einem Fehler von Hofmann startete Hargreaves ein Solo aus der eigenen Hälfte und bediente Makaay, dessen Schlenzer Payer allerdings nicht vor allzu große Probleme stellte. Die große Chance auf die Bayern-Führung vergab Pizarro, als er nach Ideal-Pass von Scholl allein aus kurzer Distanz an Payer scheiterte.

Rapid vergibt tolle Möglichkeiten
Gegen Ende der ersten Hälfte lösten sich die Hütteldorfer wieder aus der Umklammerung des Gegners und waren vor dem Pausenpfiff dem 1:0 drei Mal nahe. Zunächst verfehlte Hofmann eine Kincl-Flanke haarscharf (39.), zwei Minuten später hatte Kincl die größte Chance der Grün-Weißen in den ersten 45 Minuten auf dem Fuß, schoss den Ball aber nach scharfem Lawaree-Querpass aus rund fünf Metern drüber. In der Nachspielzeit schließlich drehte Kahn einen Freistoß von Hofmann aus gut 20 m über die Querlatte.

"Dusel-Tor" rettet die Bayern
Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag: Ein Freistoß von Hofmann klatschte von der Latte zurück ins Feld, der darauf folgende Kopfball von Kincl sprang ebenfalls von der Latte über das Tor. Es sollte ein heilsamer Schock für die Bayern gewesen sein, denn plötzlich schnürte die Magath-Elf den österreichischen Champion ein. Die Früchte der verstärkten Offensiv-Bemühungen ernteten die Bayern bereits in der 60 Minute: Der aufgerückte Lucio erlief eine weite Hereingabe und flankte von links zur Mitte. Den anschließenden Kopfball von Makaay konnte Payer mit einem tollen Reflex gerade noch bändigen, der Ball sprang aber genau vor die Füße des acht Minuten zuvor eingewechselten Guerrero, der sogar noch Mühe hatte, den Ball aus zwei Metern im leeren Tor unterzubringen.

Rapids Hoffnungen, wie in Moskau so lang wie möglich ein 0:0 zu halten und dann in der Schlussphase zuzuschlagen waren dahin, und mit ihnen schienen auch die Kräfte zu schwinden, die Bayern noch einmal in Bedrängnis zu bringen. So waren die Münchner dem 2:0 bei Chancen von Makaay (69./Payer parierte den Kopfball) und einem Schuss von Schweinsteiger, bei dem wieder Payer auf dem Posten war, zunächst näher.

Valachovic vergibt Elfer in der Rapid-Viertelstunde
Dann aber die 81. Minute: Der eingewechselte Akagündüz kam im Strafraum nach einer Attacke von Lucio zu Fall, Schiedsrichter Sars entschied auf Elfmeter - Erinnerungen an das Derby gegen die Austria oder das Hinspiel gegen Lok Moskau wurden wach, doch ein echtes Deja-vu blieb aus, denn ausgerechnet Valachovic, der in diesen Spielen zwei Mal nach Foul an Akagündüz per Strafstoß erfolgreich gewesen war und Rapid obendrein in Moskau in die Eliteliga geköpfelt hatte, setzte den Ball neben die Stange.

Was folgte, waren verzweifelte, aber keine zwingenden Rapid-Angriffe. Die Bayern retteten sich über die Zeit und vergaben aus einem Konter durch Makaay (87./drüber) noch die Möglichkeit auf das 2:0.

SK Rapid Wien - FC Bayern München 0:1 (0:0)
Ernst Happel Stadion, 47.800 Zuschauer (ausverkauft), SR Alain Sars (Frankreich)

Tor: 0:1 (60.) Guerrero

Valachovic vergab in der 81. Minute einen Foulelfmeter.

Rapid: Payer - Dober, Valachovic, Bejbl, Adamski - Hofmann, Korsos (65. Martinez), Hlinka, Ivanschitz (84. Dollinger) - Kincl, Lawaree (74. Akagündüz)

Bayern: Kahn - Sagnol, Lucio, Ismael, Lizarazu (52. Demichelis) - Schweinsteiger (83. Deisler), Hargreaves, Scholl, Ze Roberto - Pizarro (52. Guerrero), Makaay

Gelbe Karten: Dober, Bejbl bzw. Hargreaves, Sagnol, Guerrero
Die Besten: Payer, Bejbl, Hofmann, Ivanschitz bzw. Scholl, Lucio, Ze Roberto, Hargreaves

Die nächste Runde (Dienstag, 27. September, 20:45 Uhr):
Juventus Turin - SK Rapid Wien

(apa/red)

13.9.2005 13:40