Freitag, 16. September 2005

Hat Meister das Fußballspielen verlernt? Rapid verliert daheim 0:1 vs. Letzten Admira

  • Brisantes Spiel Ried-Sturm 2:1, Mattersburg-Tirol 0:0
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Zum Auftakt der 10. Runde der Bundesliga setzt es für Meister Rapid eine peinliche Niederlage. Grün-Weiß verliert vor heimischem Publikum gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Admira mit 0:1, das fünfte sieglose Spiel der Hütteldorfer und der erste volle Erfolg der Saison für die Südstädter. Das wegen eines befürchteten Wettskandals unter besonderer Beobachtung gestandene Spiel Ried gegen Sturm endet mit 2:1, Mattersburg und Tirol trennen sich 0:0.

Der amtierende Meister Rapid Wien hat gegen Schlusslicht Admira mit 0:1 (0:0) verloren und damit im fünften Heimspiel der Saison die dritte Niederlage erlitten. Die Südstädter feierten dank eines Eigentores von Rapid-Verteidiger Garics (75.) den ersten Saisonsieg. Der Champions-League-Teilnehmer Rapid blieb damit auch im fünften Ligaspiel in Folge sieglos.

So wenige Fans im Hanappi-Stadion, wie noch nie
Auf regennassem Rasen bot sich 9.400 Zuschauern - bisherige Saison-Minuskulisse im Hanappi-Stadion - in der ersten Spielhälfte ein schwaches Spiel. Bei den Hütteldorfern kam der tschechische Vize-Europameister von 1996, Radek Bejbl, erstmals auf seiner angestammten Position im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Hofmann fehlte wegen einer gegen Bayern erlittenen Oberschenkelprellung. Beide Fan-Gruppen präsentierten Transparente gegen Magna und Red Bull, die Rapid-Anhänger protestierten mit einem weiteren Schriftband "Gegen den modernen Fußball".

An Letzteres hielt sich auch der Champions League-Teilnehmer aus Hütteldorf, der gegen passiv agierende Niederösterreicher kein passendes Mittel fand. Die Grün-Weißen waren über weite Strecken feldüberlegen, erspielten sich aber keine hochkarätigen Chancen. Akagündüz (3.) traf das Außennetz, Ivanschitz (13.) verfehlte das Tor mit einem Halbvolley-Versuch. Admira-Goalie Mandl musste bei einem Aufsitzer von Martinez (26.) erstmals ernsthaft eingreifen. Admira-Stürmer Bule (30.) sorgte mit einem Weitschuss knapp über die Latte für die bis dahin gefährlichste Aktion. Wenige Augenblicke später (31.) setzte Ivanschitz nach einem Bejbl-"Fersler" Akagündüz in Szene, Panis rutschte jedoch dazwischen.

Stärkere Admira-Offensive nach der Pause
Nach der Pause verstärkte die Admira ihre Offensiv-Bemühungen. Der kurz zuvor für Bejbl eingewechselte Dollinger fand dann in der 61. Minute aber die größte Rapid-Chance vor, traf aber nach Vorlage von Ivanschitz völlig freistehend nur das Außennetz. Die Admira konterte zunächst mit einem Kopfball von Bule (68.) nach einer Bjelica-Freistoßflanke, ehe die 75. Minute das Schicksal von Rapid besiegelte. Zunächst vereitelte Teamtorhüter Payer eine Hundertprozentige von Egressy per Fußabwehr. Aus dem anschließenden Eckball folgte aber das 0:1.

Akoto verlängerte per Kopf zu Bule, der aus spitzem Winkel Garics anschießt, von dessen Fuß der Ball den Weg ins Tor fand. In der Schlussphase versuchte es der Titelverteidiger mit der Brechstange, konnte die Südstädter aber nicht mehr ernsthaft gefährden.

Ried - Sturm Graz 2:1
SV Ried hat sich mit einem 2:1-Heimsieg für die 1:3-Niederlage eine Woche zuvor gegen Sturm Graz revanchiert. Die Hochhauser-Elf feierte dank Treffern von Sulimani (11.) und Seo (52.) den ersten Erfolg seit 6. August nach vier sieglosen Matches und sprang in der Tabelle vor die nun punktegleichen Steirer auf Rang fünf.

18 Heimsiege von Ried in Folge
Die Innviertler beweisen vor 7.300 Zuschauern ein Mal mehr Heimstärke, sie sind in der Bundesliga zu Hause schon 18 Spiele in Serie ungeschlagen. Dank früher Treffer in beiden Hälften bezwangen sie in einer spannenden Partie die Grazer, die zumindest vor der Pause mehr Spielanteile hatten. Sulimani nützte gleich die erste Ried-Chance per Kopf zu seinem ersten Bundesliga-Treffer, Verlaat sah untätig zu. Die beste Ausgleichschance hatte Rabihou, der nach einem Fehler des Torschützen alleine vor Berger auftauchte (39.). Doch dieser lenkte den Ball ab.

Unmittelbar vor der Pause vergaben Kuljic und Kablar (per Kopf nach Corner) gute Möglichkeiten auf das 2:0, das aber bald nach dem Wechsel folgte. Zunächst rettete Keeper Berger in dem abwechslungsreichen Regen-Spiel nach einem Corner gegen Nzuzi (46.), ehe der Ball von Ertls Brust ins Tor-Out sprang. Jubeln durften jedoch die Gastgeber: Seo wurde von Dabac schön frei gespielt und bezwang Szamotulski mit seinem vierten Saisontreffer.

Anschlusstreffer durch Sturm erst in der 86. Minute
Danach beschränkten sich die Innviertler auf Konter, Sturm kam zu weiteren Chancen. U.a. durch Sarac, dessen Freistoß von Berger pariert wurde (68.), ehe er per Kopf doch erfolgreich war (86.). Doch mehr als der Ehrentreffer gelang den Grazern in der hektischen Schlussphase nicht mehr.

Vor dem Match waren die wegen auffällig hoher Wetteinsätze auf einen Heimsieg aufgetauchten Schiebungsgerüchte ein Thema gewesen. Große Wettbüros hatten das Match aus dem Programm genommen, das von der Bundesliga im Frühjahr installierte "Frühwarnsystem" hatte angesprochen. Die Bundesliga entsandte in Thomas Zlabinger einen eigenen Beobachter.

Manager wehren sich gegen Betrugsvorwürfe
Beide Klub-Manager verwehrten sich gegen die Gerüchte. "Uns wird etwas unterstellt, es sieht so aus, dass wir nicht gewinnen sollen, aber wir wollen gewinnen", erklärte der Rieder Stefan Reiter vor dem Match und Heinz Schilcher meinte, die Spieler wollten beweisen, dass die Gerüchte nicht stimmten.

Während das Rieder Präsidium die Bundesliga kritisierte, weil die Vereine in schiefes Licht gerückt würden, verteidigte Bundesliga-Vizepräsident Martin Pucher in einem Premiere-Interview die getroffenen Maßnahmen. "Die Liga musste handeln. Auch wenn nichts dran ist, was ich glaube, wird das Frühwarnsystem in Zukunft jemanden abhalten. Aber man soll das nicht übermäßig aufbauschen."

Mattersburg - Tirol 0:0
Der SV Mattersburg und der FC Wacker Tirol trennten sich am Samstag in der zehnten Runde der Fußball-T-Mobile-Bundesliga mit 0:0. Die 7.100 Zuschauer im Pappel-Stadion bekamen an einem verregneten Abend keine Treffer zu sehen, nach dem torlosen Remis blieben die Tiroler mit zwölf Zählern damit in der Tabelle auf Platz sieben weiter vor den punktegleichen Burgenländern.

Die Gäste, die sich in der Vorwoche in Innsbruck mit 4:2 durchgesetzt hatten, übernahmen zunächst auch in der Fremde das Kommando. Hörtnagl (15. Minute), Aganun (16. und 42.) sowie Mader (24. und 25.) hätten für die Führung der Tiroler sorgen können, auf der Gegenseite kamen die enttäuschenden Hausherren eigentlich nur einmal einem Treffer nahe. Dabei hatte Mattersburg jedoch Pech, als Mössners Kopfball nach Ratajczyk-Flanke von Schroll an die Unterkante der Latte abgefälscht wurde (38.).

Nach dem Wechsel haderten die Burgenländer dann auch mit Schiedsrichter Schörgenhofer, der nach Ring-Einlage von Gruber gegen Naumoski nicht zum fälligen Elfmeterpfiff ansetzte (53.). Bei Möglichkeiten von Aganun (52.), Mader (59.), Grüner (82.) und Hörtnagl (84.) war ein Sieg der Tiroler möglich, Mattersburg war nur bei einem Kühbauer-Lattenschuss (76.) einem vollen Erfolg nahe.
(apa/red)

16.9.2005 14:04